Neue Tierarten in Kambodscha entdeckt

Neue Tierarten in Kambodscha entdeckt
watson.de: Tief unter der Erde, fernab von Touristenpfaden und Instagram-Hotspots, spielt sich in Kambodscha gerade ein echtes Natur-Drama ab – nur merkt es kaum jemand. Denn in den Kalksteinhöhlen des Landes haben Forschende jetzt Tiere entdeckt, die so noch nie jemand gesehen hat.
Darunter sind eine türkisfarbene Grubenotter, eine „fliegende“ Schlange und mehrere bislang unbekannte Gecko-Arten.
Neue Arten entdeckt – und das ist wohl erst der Anfang
Die Funde stammen aus der Provinz Battambang im Nordwesten des Landes. Dort haben Teams der Naturschutzorganisation Fauna & Flora gemeinsam mit dem Umweltministerium und internationalen Expert:innen insgesamt 64 Höhlen untersucht – über fast zwei Jahre hinweg.
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Das Ergebnis sind mehrere neue Arten für die Wissenschaft. Neben der auffälligen Viper auch Mikro-Schnecken und Tausendfüßer, die bislang völlig unbekannt waren. Einige der entdeckten Tiere werden aktuell noch offiziell beschrieben und benannt. Und das Krasse daran: Das ist wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs.
Jede Höhle ein eigenes Evolutions-Experiment
Die Landschaft dort ist ein sogenanntes Karstgebiet, ein zerklüftetes System aus Felsen, Höhlen, unterirdischen Flüssen und Einsturztrichtern. Und genau das macht die Region so besonders. Denn jede einzelne Höhle funktioniert wie ein eigenes, isoliertes Mini-Universum.
Der Evolutionsbiologe Lee Grismer beschreibt es laut CNN so: Die Natur führt hier immer wieder das gleiche Experiment durch, nur unter leicht veränderten Bedingungen. Das Ergebnis sind Arten, die sich ähneln, aber trotzdem ganz unterschiedlich entwickeln.
Ein Beispiel ist eine bestimmte Gecko-Art, die gleich in mehreren Varianten gefunden wurde. Jede Population hat sich anders angepasst, obwohl sie ursprünglich zur gleichen Art gehört.
watson.de: Türkise Schlangen, neue Gecko-Arten und Mini-Schnecken: In Kambodschas Höhlen entdecken Forschende völlig unbekannte Tiere – doch ihre Lebensräume sind akut bedroht.
Tierarten durch Zementproduktion bedroht
Neben den neuen Entdeckungen fanden die Teams auch bekannte, aber gefährdete Tiere – darunter das Sunda-Pangolin, grüne Pfauen und verschiedene Affenarten.
Und genau hier liegt das Problem. Denn während die Wissenschaft gerade erst beginnt zu verstehen, was in diesen Höhlen überhaupt lebt, sind viele dieser Lebensräume bereits bedroht.
Kalkstein ist ein wichtiger Rohstoff für die Zementproduktion und genau deshalb geraten die Karstgebiete zunehmend unter Druck. Dazu kommen unkontrollierter Tourismus, Abholzung, Wilderei und Waldbrände… weiterlesen


