Neues Fleisch: Essen von morgen

Neues Fleisch: Essen von morgen

Hendrik Hassel schafft es tatsächlich, ein – zumindest für viele Leser wohl heute doch noch – eher unappetitliches Thema „aus der Zukunft unserer Ernährung“ (Untertitel) so spannend zu schreiben, dass auch große Skeptiker es mit Genuss lesen.

„Genuss“ ist dabei extra unterstrichen: Es geht ums Essen, und jenseits der Klimaschutz- und Tierwohl-Argumente um die grundsätzliche Frage nach einem Verzicht auf Fleisch, weil unser Massenkonsum zu erheblichen Problemen auf und für den Planeten sorgt. Schmecken aber soll, was wir essen, dennoch.

In seinem Buch „Neues Fleisch“ nimmt Hassel uns mit in die Labors, in denen Forscher Wege suchen, eine sich stetig vermehrende Menschheit satt zu machen, ohne dass dafür Tiere leiden oder auch wir Menschen selbst, weil unsere Methoden, wie wir (zu) viel Fleisch erzeugen, mitunter keine Rücksicht darauf nimmt, ob dieses genießbar bleibt. Davon zeugen genug Skandale. Der Autor beschreibt Visionen und Versuche, diese umzusetzen. Er erzählt von ersten Erfolgen und zeigt, was wir wohl künftig auf den Tellern finden, wenn Milliarden Menschen weiter satt werden wollen. Das ist – jenseits der Frage, ob dieses neue Kunstfleisch aus Reaktoren im Labor auch schmeckt – eine Reportage bei der Science fiction auf Wirklichkeit trifft und diese Ebenen allmählich sogar verschmelzen.

Den einen wird das Buch helfen: Sie erfahren, dass Wissenschaft und Erfindergeist uns Menschen wohl auch dieses Mal davor retten werden, zu verhungern.

Die anderen mahnt es, ihren Lebensstil, der die Basis des planetaren Überlebens ins Wanken bringt, zu überdenken und konsequent zu handeln.

Beides ist wohl wichtig. Deshalb ist das Buch für ALLE lesenswert.

pit

Hendrik Hassel
Neues Fleisch
Essen ohne Tierleid – Bericht aus der Zukunft unserer Ernährung
Gütersloher Verlagshaus (2019)
176 Seiten
18 €

 

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