Offshore-Windräder klauen sich gegenseitig Wind

Offshore-Windräder klauen sich gegenseitig Wind
Foto. Pixabay CC/PublicDomain

Offshore-Windräder klauen sich gegenseitig Wind

berliner-zeitung.de: Die Planungen für Windkraftanlagen in der Nordsee seien fehlerhaft, warnen Experten in einem Bericht. Der Grund: Der Wind reicht nicht für alle.

Die Energiewende steht vor einer neuen Herausforderung. Eigentlich sollen in der Nordsee in den kommenden Jahrzehnten zahlreiche neue Windräder entstehen, um klimaneutrale Energie zu produzieren. Doch nun schlagen Experten Alarm: Nach einem aktuellen Flächenentwicklungsplan stehen die neuen Windräder viel zu eng zusammen – und laufen in Gefahr, sich gegenseitig den Wind zu klauen.

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„Je niedriger der Stromertrag pro Turbine, desto schwieriger wird es für den Betreiber, den Bau zu refinanzieren und eine Rendite zu erwirtschaften“, zitiert das Handelsblatt etwa Jörg Kubitza, den Geschäftsführer des dänischen Windparkbetreibers Orsted in Deutschland. „Letztlich wird dadurch der Strom teurer.“

„Energie-Powerhouse quasi vor der Haustür“

Grund für die Befürchtungen sind sogenannte Abschattungseffekte. Um Strom zu erzeugen, entziehen Windkraftanlagen dem Wind Energie. Verringert sich dadurch die Windgeschwindigkeit, werden auch andere Windräder in der Umgebung beeinflusst. Stehen die Windräder zu dicht beieinander, produzieren die einzelnen Anlagen also weniger Strom.

Mindestens 300 Gigawatt Strom sollen Offshore-Windkraftanlagen in der Nordsee bis zum Jahr 2050 erzeugen können. Das ist zumindest der Plan der neun europäischen Länder, darunter auch Deutschland, der im April des vergangenen Jahres bei einem Nordsee-Gipfel aufgestellt wurde. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nannte die Nordsee damals ein „Energie-Powerhouse quasi vor der Haustür“. In einer Mitteilung der Bundesregierung ist sogar die Rede davon, die Nordsee zum „größten Energielieferanten Europas“ zu machen. 

Damit das funktioniert, muss die Bundesregierung aus der Sicht von Experten jedoch nachsteuern. Im Handelsblatt fordert Orsted-Geschäftsführer Kubitza beispielsweise eine bessere Absprache zwischen den Nordsee-Ländern, damit sich etwa Windparks aus den Niederlanden und Deutschland nicht gegenseitig ausbremsen.

Fraunhofer-Institut: Große Unsicherheit bei Energieerträgen von Windparks

Wie viel Strom die geplanten Offshore-Windanlagen genau produzieren werden, ist unter anderem auch durch die Abschattungseffekte schwierig zu berechnen. Ein Gutachten des Fraunhofer-Instituts für Windenergiesysteme (IWS), das im Auftrag der zuständigen Behörde für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) erstellt wurde, kommt zu dem Schluss: „Bei der Modellierung von Energieerträgen von Windparks in bisher ungekannten Größen ist eine hohe Unsicherheit zu berücksichtigen.“ weiterelsen

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