Renaturierung: Das Schutznetz wieder knüpfen

Renaturierung: Das Schutznetz wieder knüpfen
Foto: M. Faust/Pixabay CC/PublicDomain

Renaturierung: Das Schutznetz wieder knüpfen

Bundesumweltministerin Steffi Lemke und mehrere deutsche Umweltverbände zeigen sich zufrieden: Das europäische Renaturierungsgesetz nahm seine letzte Hürde. Der EU-Umweltrat stimmte in Luxemburg für die neue Naturschutzregelung auf dem Kontinent.

Die EU-Verordnung hat die Wiederherstellung der Natur in Europa zum Ziel Grund: Über 80 Prozent der Ökosysteme gelten als „in einem schlechten Zustand“, begründete Lemke ihre Zustimmung.

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Daher sollen nun künftig EU-weit auf 20 Prozent der Land- und Meeresflächen Maßnahmen zur Stärkung von Ökosystemen eingeleitet werden. Wichtige Lebensraumtypen will das Gesetz wieder hergestellen – bis 2030 mindestens 30 Prozent, bis 2040 dann 60 Prozent und bis 2050 sogar 90 Prozent. Lemke: „Eine intakte Natur ist das Netz, das uns alle trägt. Die Vielfalt der Arten, die Leistungen der Ökosysteme: Wir wollen sie stärken und schützen, damit sie uns schützen können. Die Verordnung zur Wiederherstellung der Natur ist ein entscheidender Schritt, um in Europa eine intakte Natur zu erhalten, sowohl an Land als auch im Meer.“

Naturschutz-Fonds gefordert

Sascha Müller-Kraenner kommentiert als Bundesgeschäftsführer der DUH: „Dieses Gesetz ist ein zentraler Bestandteil des Green Deal und ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Natur- und Artenkrise. Damit zeigt die EU, dass es die international eingegangenen Verpflichtungen ernstnimmt. Das EU-Renaturierungsgesetz schützt und stärkt auch uns Menschen, die Wirtschaft und die Landwirtschaft in Europa. Konsequenter Natur- und Klimaschutz heißt gerade in den aktuellen Haushaltsdiskussionen die Verstetigung des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz, um unsere Wälder wiederaufzubauen und die Schwammfunktion unserer Landschaft wiederherzustellen.

Auch Olaf Bandt spricht in einer Pressemeldung des BUND von einem „Riesenerfolg“: „Es ist die wichtigste Initiative im europäischen Naturschutz seit 30 Jahren und ein Zeichen der Hoffnung.“ Denn: „Es reicht nicht länger, die Natur nur zu bewahren: Damit die Natur uns vor Katastrophen und der Klimakrise schützen kann, müssen Ökosysteme wie Flüsse, Wälder und Moore dringend großflächig renaturiert werden. Auf europäischer Ebene braucht es jetzt einen Naturschutz-Fonds, damit die Ziele aus dem Gesetz erreicht werden können.“

Langer Weg lohnt am Ende

Wie so oft, musste die EU-Politik sich wieder in der Kompromissfindung bewähren. im Juni 2022 hatte die EU-Kommission ihren Vorschlag für das Nature Restoration Law vorgelegt. Im Umweltrat am 20. Juni 2023 hatte sich unter den Mitgliedstaaten eine Mehrheit dafür gefunden. Im Rahmen des Trilogs wurden, wie von einigen gefordert, deutliche Flexibilitäten und Ausnahmen eingeführt, was den ursprünglichen Vorschlag für viele akzeptabler gemacht hatte. Er wurde allgemein als ausgewogener Kompromiss aller Interessen angesehen. Die Verordnung hatte dann am 22. November 2023 im Ausschuss der ständigen Vertreter die Zustimmung der Mitgliedstaaten erhalten. Im Februar 2024 hatten die Abgeordneten des Europäischen Parlamentes ihre klare Zustimmung für dieses Vorhaben gegeben. Mit der heutigen Abstimmung im EU-Umweltrat ist das Nature Restoration Law final beschlossen.

pit

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