Seifenblasen als Bienenersatz

Seifenblasen als Bienenersatz
Blüten bestäuben per Seifenblase Foto: Eijiro Miyako

Seifenblasen als Bienenersatz

Das Bienensterben schreitet voran und auch sonst nimmt die Zahl der bestäubenden Insekten weiter ab. Das hat fatale Folgen, denn Bienen sind unersetzlich für die Schönheit und Fülle der uns ernährenden Natur. Jetzt soll eine Drohne diesen Job übernehmen.
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In Japan kennt man schon seit einiger Zeit das Thema künstliche Bestäubung. Dabei nutzt man einen Federpinsel und bestäubt so jede einzelne Blüte. Das ist sehr zeitintensiv. Jetzt haben Wissenschaftler vom „Japan Advanced Institute of Science and Technology” eine Methode entwickelt, die mit Hilfe einer Drohne Seifenblasen über die Blüten verteilt. Das Verfahren von Eijiro Miyako und Xi Yang wurde in der Fachzeitschrift „iScience“ vorgestellt.

„Es klingt ein wenig nach Fantasie, aber die funktionelle Seifenblase ermöglicht eine effektive Bestäubung und stellt sicher, dass die Qualität der Früchte die gleiche ist wie bei der herkömmlichen Handbestäubung“, wird Miyako in einer Mitteilung der Zeitschrift zitiert. Auf die Idee für diese ungewöhnlichen Methode sei er beim Seifenblasen-Machen mit seinem Sohn gekommen.

Nach einigen Versuchen, die Oberflächenspannung der Blasen zu verändern und sie stabiler zu machen, war die richtige Mischung bei der Pollen-Seifen-Lösung gefunden. Ein unbemanntes Luftfahrzeug, das mit einem Seifenblasenhersteller ausgestattet war, wurde autonom gesteuert, um Blumen zu bestäuben. Eine solche Technologie der automatischen intelligenten Roboterbestäubung mit funktionellen weichen Materialien würde zu innovativen landwirtschaftlichen Systemen führen, die die globalen Probleme der Bestäubung angehen können.

Biene bee Myriam Zilles Pixabay

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Die an der Drohne befestigte Maschine kann bis zu 5000 Blasen pro Minute erzeugen. Durch zahlreiche Versuche wurde klar, dass die Keimungsrate bei einer Fluggeschwindigkeit von zwei Meter pro Sekunde am größten war. Der Bestäubungserfolg war mit 95 Prozent ebenso groß wie bei der Handbestäubung.

Allerdings räumen Yang und Miyako ein, dass sich diese Bestäubung bei Regen oder zu starkem Wind nicht einsetzen lässt, da die Blasen zerplatzen, bevor sie die Blüten erreichen. Zudem ist noch unklar, ob und wie gut die Blasen auch Blüten im inneren Bereichen der Äste und der Baumkronen erreichen.
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Der blasenbasierte Ansatz „scheint Potenzial zu haben“, sagte Dave Goulson, Biologieprofessor an der Universität von Sussex in England und Experte für Bestäubung der „New York Times“. Aber, fügte er hinzu, es gibt immer noch viele Dinge, die Bienen tun, die Blasen nicht können, wie das Sammeln von Pollen an erster Stelle, was die halbe Arbeit ist. Dr. Goulson ist auch besorgt darüber, dass Landwirte, die sich nicht mehr auf Insekten verlassen, möglicherweise mehr Pestizide einsetzen.

Die Veröffentlichung in iScience https://doi.org/10.1016/j.isci.2020.101188

hjo

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