So nachhaltig ist Urban Mining

So nachhaltig ist Urban Mining
Foto: KdesignZV/Pixabay CC/PublicDomain

So nachhaltig ist Urban Mining

handelsblatt.com: Mit „Urban Mining“ sollen Rohstoffe mitten in Großstädten gewonnen werden. Beispielsweise aus Elektroschrott und Mülldeponien. Doch wie nachhaltig ist das Konzept? Ein Überblick.

Mehr als 200 Millionen Alt-Handys lagerten 2022 in deutschen Schubladen. Das errechnete der Digitalverband Bitkom. Sie sind Teil einer Rohstoffquelle mit Zukunft, nämlich menschengemachten Rohstoffvorkommen: der sogenannten urbanen Mine. Aus Handys werden mitunter Kupfer, Gold oder Nickel gewonnen und auch aus Autos, Gebäuden oder Waschmaschinen lassen sich Schätze schürfen.

Definition und Beispiele: Was ist Urban Mining?

Übersetzt bedeutet Urban Mining „Bergbau in der Stadt“. Beim Urban Mining werden Rohstoffe dort gesichert und geborgen, wo Menschen leben. In Städten und dicht besiedelten Räumen landen Rohstoffe nämlich vor allem im Müll. Aus langlebigen Gütern – das können Konsumgüter wie Elektrogeräte oder Autos sein, aber auch Infrastrukturen, Gebäude und Ablagerungen auf Deponien – sollen beim Urban Mining Sekundärgüter gewonnen werden.

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Sind langlebige Güter nämlich alt oder defekt, werden Teile von ihnen weggeschmissen. Statt neue Rohstoffe aus der Natur zu beziehen, will das Urban Mining Rohstoffe in Städten finden und so Städte zu Rohstoffminen machen. Fachleute sprechen auch vom anthropogenen Lager, dem vom Menschen erschaffenen Bestand an Materialien. Beim Urban Mining geht es insbesondere um die Gewinnung nicht erneuerbarer Rohstoffe wie Sand, Metalle, Lehm, Kies oder Edelsteine.

Eine Sonderdisziplin ist das Landfill Mining: Hier werden Wertstoffe aus Altdeponien gewonnen.

Urbane Minen: Das anthropogene Lager in Deutschland

Die städtische Rohstoffmine Deutschland ist groß und wächst weiter: Schon 2017 errechneten Experten einen Bestand von 342 Tonnen Material pro Kopf. Das Umweltbundesamt geht zudem von einem Wachstum in den vergangenen Jahren aus.

Das anthropogene Lager in Deutschland besteht dabei aus:

  • 317 Millionen Tonnen mineralischen Materialien
  • 14 Tonnen Metallen

Die Größe der urbanen Minen in Deutschland hat 2010 ungefähr der Summe aller Rohstoffe entsprochen, die weltweit im Jahr 2000 abgebaut wurde.

Rohstoffmine: Auf welche Rohstoffe kommt es beim Urban Mining an?

Das Umweltbundesamt unterscheidet zwischen fünf langlebigen Gütergruppen: Gebäuden, leitungsgebundenen Infrastrukturen, Haustechnik und langlebigen Kapital- und Konsumgütern. Bei der Unterteilung der Rohstoffmine oder des anthropogenen Lagers unterscheidet man etwas genauer:

  • Technische Güter im Hochbau
  • Mobile Güter in Gebäuden (jeweils mit oder ohne Elektrogeräte)
  • Stromerzeugungsanlagen
  • Stromnetze
  • Fahrzeuge
  • Verkehrsinfrastruktur
  • Industrieanlagen
  • Maschinen

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