So schützt Kreislaufwirtschaft die Umwelt

So schützt Kreislaufwirtschaft die Umwelt
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

So schützt Kreislaufwirtschaft die Umwelt

boku.ac.at: Die zunehmenden Mengen fester Siedlungsabfälle und ineffektive Abfallbewirtschaftungssysteme bedrohen die Umwelt und tragen zur Klimaerwärmung bei. Dennoch wird der Abfallsektor in Diskussionen über Klimawandel und Luftverschmutzung oft vernachlässigt. Eine neue Studie der IIASA, an der die BOKU beteiligt war, zeigt zum ersten Mal, wie Kreislaufsysteme in der Abfallwirtschaft dazu beitragen können, den Ausstoß von Treibhausgasen und Luftschadstoffen wirksam zu verringern.

Feste Siedlungsabfälle sind das, was wir gemeinhin als Müll bezeichnen – also die alltäglichen Gegenstände, die wir laufend wegwerfen. Die Menge an Abfall, die jedes Jahr weltweit anfällt, ist in den letzten Jahrzehnten exponentiell angestiegen, was vor allem auf das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum und die daraus resultierenden Veränderungen der Produktions- und Verbrauchsmuster zurückzuführen ist.

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Ein Drittel des globalen Müllbergs, der jedes Jahr entsteht, wird von etwa einem Sechstel der Bevölkerung (Länder mit hohem Einkommen) erzeugt. Allerdings werden nur etwa 13 % wiederverwertet und 5,5 % kompostiert. Das Fehlen geeigneter Anlagen, um diese großen Abfallmengen zu bewältigen – insbesondere in Ländern mit niedrigem Einkommen – führt häufig zu Umwelt- und Gesundheitsschäden, einschließlich der Emission von giftigen Schadstoffen und Treibhausgasen in die Atmosphäre.

Erste globale Studie

In der ersten globalen Studie dieser Art haben IIASA-Forscher*innen gemeinsam mit einem Wissenschaftler der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) den Abfallsektor unter die Lupe genommen. In der Studie, die soeben in Nature Communications veröffentlicht wurde, wurden 184 Länder und Regionen untersucht, differenziert zwischen städtischem und ländlichem Siedlungsraum. Der Forschungsansatz ist insofern neuartig, als er die Shared Socioeconomic Pathways (SSPs) – eine Reihe von Szenarien, die alternative sozioökonomische Entwicklungen bis zum Jahr 2100 beschreiben – in die Abfallwirtschaft überträgt und das Potenzial zur Verringerung der Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen durch die Gegenüberstellung von Basis- und Minderungsszenarien bis 2050 bewertet.

„Wir wollten die künftigen Trends des kommunalen Abfallaufkommens untersuchen und die Auswirkungen auf die Treibhausgasemissionen und die Luftverschmutzung analysieren, wenn die Abfallbewirtschaftungssysteme bis 2050 auf dem heutigen Stand gehalten werden. Anschließend bewerteten wir, inwieweit es möglich wäre, die Abfälle und die damit verbundenen Emissionen zu reduzieren, wenn im Rahmen der verschiedenen SSPs Kreislaufsysteme für die Abfallwirtschaft eingeführt würden. Dieser Ansatz hilft uns auch zu verstehen, wie unterschiedliche globale Entwicklungen den Umfang und das Tempo der Einführung von Kreislaufwirtschaftssystemen behindern oder beschleunigen und welche Auswirkungen dies auf die Emissionen hat“, erklärt die Hauptautorin Adriana Gómez-Sanabria, Forscherin in der IIASA-Forschungsgruppe für Umweltmanagement und Dissertantin an der BOKU.

Kreislaufwirtschaft ist ein nachhaltiges System, bei dem die Abfallerzeugung minimiert wird, Abfallsammelsysteme die gesamte Bevölkerung erreichen, die offene Verbrennung von Abfällen und die ungeordnete Ablagerung von Abfällen beseitigt werden, Abfälle von Deponien ferngehalten werden, Materialien wiederverwendet und recycelt werden und als letzter Ausweg Müll effizient verbrannt wird, um Energie zu erzeugen… weiterlesen

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