Südschnellweg Hannover: Bäume statt Autos

Südschnellweg Hannover: Bäume statt Autos
Anna Picard (Mitte) mit Mitstreiterinnen für den Erhalt der Bäume am Hannover Südschnelweg Foto: pit

Südschnellweg Hannover: Bäume statt Autos

Gemeinsam mit Aktiven aus ganz Deutschland demonstrierten Gegnerinnen und Gegner des Ausbaus der Südschnellweg-Trasse in Hannover vor dem Paul-Löbe-Haus des Bundestags in Berlin. Zusammen mit Demonstrantinnen und Demonstranten gegen den Ausbau der A49 in Hessen übergaben sie an Vertreter des Parlaments eine 270 Jahre alte Baumscheibe einer im Dannenröder Forst für den Autobahnbau gerodeten Eiche.

Die über einen Meter große und 70 Kilogramm schwere Holzscheibe soll die Abgeordneten als Denk’mal daran erinnern, wie großflächig in Deutschland Natur unter Asphalt verschwindet – nur weil unsere Gesellschaft so aufs Automobil fixiert ist. Der Baum hatte den „Alten Fritz“ und die Zeit der französischen Revolution überlebt. Er stand schon als 1824 der Treibhauseffekt entdeckt wurde oder 1886 Carl Benz das Automobil baute. Die Eiche überlebte Weltkriege und widerstand seit 1970 alle Planungen der A49 bis 2019 Aktivistinnen und Aktivisten das hessische Waldstück besetzten, um den Kahlschlag für die Straße zu verhindern. Ihr Argument: Die Uralt-Planungen und der heute nicht mehr zeitgemäße Bundesverkehrswegeplan vernichten noch immer wertvolle Natur. Sie wird Straßen geopfert, die dem geänderten Mobilitäts-Verständinis nicht mehr nötig sind.

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Mit dem Fahrrad waren die Aktivistinnen und Aktivisten quer durch Deutschland bis nach Berlin geradelt. Unterwegs haben sie an vielen „Tatorten“ die Fehlplanungen zum Ausbau von Straßen besucht. In der Hauptstadt trafen sie sich, um ihre Initiativen zu koordinieren und zu vernetzen.

Die Hannoveraner Südschnellweg-Gegnerinnen und -Gegner machten vor dem Bundestag auf die ebenfalls durch überholte und von der Politik trotz vorhandener und „machbarer“ Alternativen  (wie Anna Picard als Sprecherin der niedersächsischen Umweltschutzaktiven betont) aufmerksam. Sie fordern angesichts des Klimawandels den Erhalt der auch dort von der Rodung bedrohten Bäume, nur weil eine bestehende Straße auf „Autobahnbreite“ ausgebaut werden soll. „Der Südschnellweg widerspricht der notwendigen Verkehrswende“, betonen die Aktiven. Sie fordern die Eunhaltung der Klimaschutzziele der Region Hannover: Reduzierung des Individualverkehrs um die Hälfte und einen Ausbau des ÖPNV.

„Wir wollen unsere Lebensgrundlagen für künftige Generationen erhalten“, fordern die Umweltschützer in Hannover. Dazu gehöre auch der Erhalt der alten Bäume. Deshalb setzen sieauf ein transparentes Verfahren: „Das Verkehrsministerium soll alle Dokumente offenlegen und mit uns reden.“

pit

One thought on “Südschnellweg Hannover: Bäume statt Autos

  1. Die Alternativen sind nicht nur machbar und führen zu weniger Rodungen im Naherholungs- und Landschaftsschutzgebiet, sie sparen auch bis zu 230 Millionen Euro und verkürzen die Bauzeit.

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