Teilchenfänger für Mikroplastik im Wasser

Teilchenfänger für Mikroplastik im Wasser
Screenshot: deutschlandfunk.de

Teilchenfänger für Mikroplastik im Wasser

deutschlandfunk.de: In Gewässern und Böden weltweit sammeln sich immer mehr winzige Teilchen aus Plastik. Welche Folgen das für Natur und Gesundheit hat, ist noch weitgehend unklar. Ein Forschungsteam hat jetzt einen speziellen Teilchenfänger entwickelt, um Mikroplastik aus Gewässern und Abwässern zu entfernen.

Wenn Wasser in die Kanalisation strömt, reisen oft winzige Plastikpartikel mit. Sie herauszufischen, ist das Ziel von Kathrin Schuhen. Die promovierte Chemikerin und ihr Team von der gemeinnützigen GmbH Wasser 3.0 haben dafür einen besonderen Teilchenfänger entwickelt.

„Also wir brauchen keine seltenen Erden, wir arbeiten mit Edelstahl und wirklich einem sehr einfachen, modular skalierbaren Aufbau.“

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Das Herzstück ist ein übermannshoher Stahlkessel, in dem ein Rührer rund 2.000 Liter Abwasser oder Meerwasser mit ein paar Millilitern eines Hybridkieselgels vermischt. Das Gel basiert auf Quarzsand und wirkt wie ein chemischer Kleber auf die winzigen Plastikteilchen. Es vernetzt sie zu größeren, popcornähnlichen Klumpen, die sich dann an der Wasseroberfläche sammeln.

„Die Agglomerate werden umso größer, je mehr Zeit Sie in Ihrem Prozess haben. In der Kläranlage muss es schneller gehe. Das heißt, da werden die Agglomerate so ungefähr einen Zentimeter groß. Wir haben aber auch tischtennisballgroße Agglomerate geformt, die dann entsprechend abgetrennt werden können.“

Die Klumpen lassen sich zum Beispiel mit einem Sieb abfischen oder automatisiert mit einem Skimmer in einen Sammelbehälter schieben. Anschließend könnten sie etwa als Füllstoffe in der Zement- und Betonindustrie genutzt werden, sagt Kathrin Schuhen. Das Kieselgel-Verfahren sei ökotoxikologisch unbedenklich und habe sich in verschiedenen Kläranlagen ebenso bewährt wie bei der Reinigung von Industrieabwässern und Ostseewasser. Der Anteil der Mikroplastikpartikel, die entfernt werden, sei hoch, sagt die Forscherin. „Wir liegen bei 95 Prozent, reproduzierbar für den Zu- und Ablauf unseres Reaktorsystems.“ weiterlesen

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