Tracker schützt Sportler vor Corona

Tracker schützt Sportler vor Corona
Foto: Gerd Altmann/Pixabay CC/PublicDomain

Tracker schützt Sportler vor Corona

Schon länger werden im Profisport GPS-Daten erfasst, analysiert und interpretiert. Dies diente in erster Linie zur Überwachung der mannschaftstaktischen Aufgaben der einzelnen Spieler. Aktuell werden diese Daten aber für einen ganz anderen Zweck genutzt.

Durch ein neues Feature von Catapult, einem Hersteller von so genannten „Wearables“ (Kleidung mit eingewobener Elektronik), kann erfasst und ausgewertet werden, welche der Spieler sich während des Trainings angenähert haben und wo eine Übertragung von Corona möglich gewesen sein kann.

Näherungsberichte helfen bei der Corona-Überwachung

Viele Sportler im Mannschaftssport sind es schon länger gewohnt, Westen mit Trackern zu tragen. Durch die Sensoren von Catapult wird es nun möglich, auszuwerten, wie viel Zeit ein Träger eines GPS-Sensors in der Nähe eines anderen mit Sensorik ausgestatteten Teamkollegen verbracht hat. So kann der Fokus auf die Interaktion verschiedener Athleten gelegt werden und es lässt sich sehr gut ablesen, welche Sportler intensiven Kontakt zueinander hatten.

Einsatzmöglichkeiten in fast allen Mannschaftssportarten

Das Unternehmen Catapult gibt an, den Einsatz der Technik auch für die Sportarten Rugby, Basketball, Eishockey und American Football zu prüfen und hofft, dass bald sehr viele Profimannschaften die firmeneigene Technik nutzen.

Diese kann besonders in der Nachverfolgung von Infektionsketten sinnvoll sein, verliert aber beim Ablegen der Sensoren ihren großen Nutzen. Da kaum ein Profi durchgängig mit GPS-Weste leben möchte, können somit nur die Interaktionen auf dem Spielfeld überwacht werden. Trotzdem ist der Einsatz des neuen „Poximity Reports“ von Catapult eine sehr gute Ergänzung zur Steuerung und Überwachung der Interaktion innerhalb einer Mannschaft.

Viele Profiteams sind schon Kunden von Catapult

2006 im Zuge der Olympischen Spiele gegründet, ist Catapult heute einer der Marktführer des Trainingstrackings von Profimannschaften. Laut Unternehmen tragen aktuell über 3.000 Sportmannschaften die Sensoren von Catapult. Darunter befinden sich auch einige der besten und bekanntesten Teams des Profifußballs, wie der FC Bayern München, der FC Chelsea und Real Madrid.

Laut Angaben des Unternehmens zeigen vorhergehende Analysen, dass sich Fußballer im Trainingsgeschehen im Schnitt knapp über 3 Sekunden lang in direkter Nähe aufhalten.

Nützliche Ergänzung zu den Corona-Maßnahmen

Da der Tracker weder direkt die Ausbreitung von Corona verlangsamt, noch einen Schutz vor einer Ansteckung bietet, handelt es sich hier nur um eine Erweiterung, zur Überwachung einer möglichen Ausbreitung. So können mithilfe der Daten Infektionsketten unter den Profis nachvollzogen werden und sich, wenn nötig, bestimmte Spieler in Quarantäne begeben.

Um wirklichen Schutz vor COVID-19 zu haben, müssen sich auch die Profis, wenn möglich an Social Distancing üben und die notwendigen Hygienemaßregeln einhalten. Die Profivereine engagieren sich aber auch abseits des Spielbetriebs für den Kampf gegen Corona. So hat der Bundesligazweite Borussia Dortmund Deutschlands größtes Stadion in ein Corona-Zentrum verwandelt.

Catapult spart Ressourcen

Da viele Profivereine den Tracker schon zur Trainingsüberwachung nutzen, ist es lediglich notwendig, die Auswertungssoftware zu aktualisieren, um mögliche Infektionsketten zu überwachen. So können in Vereinen Ansteckungswege früh erkannt, und Ressourcen, die für die Rückverfolgung der Infektionswege nötig wären, gespart werden.

Zudem kann effektiv getestet werden und es ist nicht mehr nötig, bei einem Coronafall im Team die ganze Mannschaft auf eine mögliche Infektion zu überprüfen. Die Effektivität der Überwachung der Infektionswege wird mit Catapult „Poximity Reports“ deutlich verbessert. Zudem werden die Testkapazitäten der Labors geschont.

Bernhard Holz

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