Vom Schulhof zum Multichannel-Versandhaus

Vom Schulhof zum Multichannel-Versandhaus
memo-Nachhaltigkeitsbericht Cover: memo AG

Vom Schulhof zum Multichannel-Versandhaus

Aus dem Verkauf umweltfreundlicher Hefte und Schreibgeräte an Mitschüler und Mitschülerinnen auf einem Schulhof schuf memo-Mitgründer Jürgen Schmidt den heutigen Versandhandel, der seit 30 Jahren Maßstäbe in Sachen nachhaltige Produkte setzt. Was das Unternehmen dazu antreibt und wie memo seinen Kunden wirklich nachhaltige Produkte garantiert, erzählt Claudia Silber im Gespräch mit globalmagazin. Sie leitet die Unternehmenskommunikation memo AG

30 Jahre memo AG: (Wie) Hat sich das Unternehmen in diesen Jahren gewandelt?

Claudia Silber Memo AG
Claudia Silber Foto: memo AG

Claudia Silber: Absolut! Angefangen hat alles auf einem Schulhof in Würzburg, auf dem Jürgen Schmidt, Mitbegründer der memo AG, aus dem Kofferraum eines geliehenen Autos Schulhefte und Schreibblocks aus Umweltschutzpapier an seine Mitschüler*innen verkaufte. Später gründete er zusammen mit Freund*innen einen Versandhandel, der in erster Linie über Katalog eine kleinere Auswahl umweltverträgliche Büroartikel und Schreibwaren an Gewerbekund*innen verkaufte. Heute ist die memo AG ein Multichannnel-Versandhandel mit aktuell 140 Mitarbeiter*innen, der nicht nur gewerbliche Endverbraucher*innen, sondern auch Privatpersonen und den (Bio-)Einzel- und Großhandel bedient.

Sehr offensichtlich ist auch der Wandel beim Sortiment. Nachhaltige Produkte fristeten vor 30 Jahren noch ein Nischendasein und galten lange als „verstaubt“. Unternehmen und Menschen, die sich für Umweltschutz einsetzten, waren in der Minderheit und wurden häufig belächelt. Heute, nach 30 Jahren, sieht die Sache anders aus: An Umwelt- und Klimaschutz kommt niemand mehr vorbei. Nachhaltige Produkte sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen und für jeden Lebens- und Arbeitsbereich erhältlich. Und immer mehr Unternehmen erkennen, dass nachhaltiges Wirtschaften Stabilität und langfristigen Erfolg sichert.

Konstante ist aber die Nachhaltigkeit: Warum setzt memo schon so lange darauf?

Wir setzen von Beginn an auf Nachhaltigkeit, denn wir sind davon überzeugt, dass ein Unternehmen nur dann glaubwürdig sein kann, wenn alle wesentlichen Aspekte – insbesondere das Kerngeschäft – nachhaltig gestaltet sind und nicht nur einzelne Aspekte, die möglicherweise dafür keine hohe Relevanz haben.

Worin besteht die Schwierigkeit konsequent nachhaltig zu Wirtschaften?

Nachhaltige Projekte und Maßnahmen erfordern meist einen höheren Einsatz personeller und finanzieller Ressourcen und erzielen nicht immer sofort eine wirtschaftliche Rendite. Deshalb stehen wir immer wieder vor der großen Herausforderung, unsere verfügbaren Ressourcen gezielt einzusetzen sowie geeignete und machbare Lösungen für die praktische Umsetzung unserer Geschäftsstrategie zu finden.

Viele Kriterien entscheiden über Nachhaltigkeit von Produkten

Sie haben über 20.000 Produkte im Sortiment: Wie kann memo bei so vielen Gegenständen wirklich Nachhaltigkeit garantieren?

Bevor wir Produkte in unser Sortiment aufnehmen, prüfen wir diese sorgfältig auf ihre Umweltauswirkungen und auf ihre Gesundheitsverträglichkeit. Weiterhin sind sozialverträgliche Arbeitsbedingungen in der Produktion und fairer Handel bedeutende Aspekte unserer Sortimentsgestaltung. Und letztlich müssen natürlich auch Qualität, Praxistauglichkeit und Preis stimmen, denn nur wenn ein nachhaltiges Produkt zu einem fairen Preis erhältlich ist, können wir eine große Marktdurchdringungen und damit spürbare Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Klima erzielen.Bei jeder Entscheidung für oder gegen ein Produkt wägen wir dessen Vor- und Nachteile genau ab. Ein zu 100 Prozent nachhaltiges Produkt gibt es in der Praxis nicht. Jedes Produkt benötigt Rohstoffe in der Produktion und verursacht Umweltauswirkungen durch Herstellung, Gebrauch und Recycling. Und bei einigen Sortimentsbereichen gilt es, sich die sozialen Bedingungen in der gesamten Lieferkette genau anzusehen.

Sie reden bei memo vom „bewussten“ Konsum: Sollten wir nicht einfach auch weniger konsumieren?

Jede und Jeder von uns sollte seine Konsumgewohnheiten überdenken und vor allem Überflüssiges einfach mal nicht kaufen oder noch Brauchbares weiterhin verwenden. Bei den Produkten, die wir täglich benötigen und verbrauchen, sollten wir uns bewusst für nachhaltige Alternativen entscheiden. Eine derartige Lebensweise bedeutet dann auch nicht Verzicht, sondern ist eine Bereicherung, die nicht nur uns selbst, sondern auch anderen Menschen und der Umwelt zugute kommt.

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Claudia Silber

Seit 2009 als Pressesprecherin bei der memo AG in Greußenheim tätig, leitet sie seit 2013 den Bereich Unternehmenskommunikation. In dieser Funktion ist Silber nicht nur für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des ganzheitlich nachhaltig tätigen Versandhandels zuständig, sondern verantwortet auch das Sponsoring und den Bereich Unternehmenskooperationen der memo AG. Nach dem Studium der Germanistik und Journalistik an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg war sie einige Jahre in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Textilunternehmen tätig. Ein internes CSR-Projekt weckte ihr Interesse am Thema Nachhaltigkeit, dem sie sich seither beruflich widmet.

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