Weltwirtschaft: Klimawandel und soziale Spaltung größte Risiken

Weltwirtschaft: Klimawandel und soziale Spaltung größte Risiken
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Weltwirtschaft: Klimawandel und soziale Spaltung größte Risiken

faz.net: Die Pandemie verschärft die soziale Ungleichheit. Hohe Schulden erschweren den Kampf gegen den Klimawandel, warnt das Weltwirtschaftsforum.

Die Corona-Krise hat vor allem die sozialen Probleme auf der Welt verschärft und bedroht den sozialen Zusammenhalt, die Lebensgrundlage ärmerer Menschen und die psychische Gesundheit. Mittel- und längerfristig dominieren indes Sorgen um das Klima die Liste der schwerwiegendsten Risiken für die Erde. Das sind die Ergebnisse der jährlichen Umfrage des Weltwirtschaftsforums (WEF) im Globalen Risikobericht 2022, der am Dienstag vorgestellt wurde. Die vom Coronavirus ausgelöste Krise habe den sozialen Zusammenhalt erodiert und sie untergrabe die materiellen Existenzgrundlagen. Mit der derzeitigen unterschiedlichen wirtschaftlichen Erholung von der Pandemie verstärke sich die weltweite Spaltung, betonte WEF-Geschäftsführerin Saadia Zahidi.

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„Das Hauptrisiko sind aktuell die wachsende Ungleichheit und soziale Krisen“, sagte WEF-Präsident Børge Brende bei der Vorstellung des Reports. Die Antwort darauf sei der „Stakeholder-Kapitalismus“. Damit ist gemeint, dass Unternehmen sich ihrer Verantwortung für die Gesellschaft und Umwelt mehr bewusst werden. Zu den kurzfristigen Folgen der Corona-Krise zählt Brende auch die globalen Lieferkettenprobleme und „einen gewaltigen Inflationsdruck“. In der Umfrage betonen die befragten Manager, Politiker und Experten unter den kurzfristig verschärften Risiken auch mehr Probleme mit der mentalen Gesundheit, zunehmende Verschuldung und steigende Bedrohung der Cybersicherheit durch Hackerangriffe.

Auf Sicht von fünf bis zehn Jahren dominieren laut der Befragung die ökologischen Risiken. Die Umfrageteilnehmer sehen mit Sorge, dass der Klimaschutz versage, dass es mehr extreme Wetterereignisse geben werde und dass die Biodiversität abnehme. Wie schon bei früheren Gelegenheiten benutzte Brende, ein früherer norwegischer Handels- und Umweltminister, die starke Formulierung „der Planet brennt“. Der UN-Klimaschutzgipfel COP26 in Glasgow im Herbst habe Fortschritte für die Emissionsziele gebracht, doch es mangele an der Umsetzung der Versprechen. Man steuere so eher auf eine Erwärmung um 2 Grad Celsius relativ zur vorindustriellen Zeit zu.

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Peter Giger, Chefrisikoanalyst bei der Zurich Versicherung, betonte ebenfalls die vom Klimawandel ausgehenden Gefahren. Die wirtschaftlichen und finanziellen Folgen der Corona-Krise machten es schwerer, darauf zu antworten. Die „grüne Transformation“ sei notwendig, sie werde aber „disruptiv und unordentlich“ sein, sagte Giger. „Wie mit jeder Transformation wird es Gewinner und Verlierer geben.“ Ganze Branchen und Sektoren würden verschwinden. Mehr und mehr Unternehmen sähen die Transformation indes auch als strategische Chance. Laut WEF-Bericht verschärft eine chaotische Transformation die Ungleichheiten auf der Welt… weiterlesen

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