Wie unsere Kleidung die Klimakrise anheizt

Wie unsere Kleidung die Klimakrise anheizt
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Wie unsere Kleidung die Klimakrise anheizt – und was wir dagegen tun können

Kleidung ist für rund 6,7% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Das entspricht etwa der Menge, die ausgestoßen würde, wenn jeder Mensch auf der Erde jährlich einen 4.100 km Langstreckenflug antritt. Bio-Baumwolle ist die Alternative – ein vielseitiger Stoff, der einen Bruchteil der Klimaauswirkungen anderer Textilien hat. Regierungen, Hersteller und Einzelhandel müssen sicherstellen, dass sie ihren verdienten Marktanteil erhält.

Der neue EJF-Bericht zeigt, dass unsere Kleidung eine bedeutende Rolle bei der globalen Erwärmung spielt. Für die Herstellung einer Tonne Textilien werden je nach Stoff zwischen 15-35 Tonnen CO2 benötigt. Insgesamt pumpt die Textilindustrie so jedes Jahr zwischen 1,22-2,93 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre.

Da sowohl Textilproduktion als auch Textilverbrauch ansteigen, droht sich das Problem zu verschlimmern: Seit 1975 hat sich die weltweite Produktion fast verdreifacht. Europäer*innen verbrauchen heute im Schnitt 31 kg pro Person und Jahr.

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Konventionelle Baumwolle ist nicht die Lösung

Weltweit verursacht konventionelle Baumwolle jährlich 220 Millionen Tonnen CO2 und verbraucht 8,2 Millionen Tonnen Pestizide sowie synthetische Düngemittel. Darüber hinaus ist sie eine überaus durstige Pflanze: Pro Jahr verbraucht sie rund 233 Milliarden Kubikmeter Wasser.

Andere Fasern schneiden nicht besser ab: Jährlich werden etwa 342 Millionen Barrel Öl benötigt, um die Nachfrage nach Fasern auf Kunststoffbasis zu decken. Der Zerfall von synthetischen Geweben wie Polyester, Nylon und Acryl ist für 20-35% aller Mikrokunststoffe in den Meeren verantwortlich.

Es gibt einen wachsenden Trend bei Viskosefasern, doch auch das ist problematisch: 150 Millionen Bäume werden jährlich gefällt, um den für die Herstellung benötigten Holzschliff zu produzieren. Weltweit sind allein in den letzten fünfzehn Jahren mehr als 56 Millionen Hektar Wald verloren gegangen.

Die Alternative: Bio-Baumwolle

Eine Umstellung auf ökologische Baumwolle ist ein wichtiger Teil der Lösung des Problems. Die jährlichen CO2-Einsparungen, die durch den nachhaltigen Anbau erzielt werden könnten, liegen bei 96,2 Millionen Tonnen. Neben dem Verzicht auf Pestizide liegt die jährliche Wassereinsparung durch den biologischen Baumwollanbau derzeit bei 95.000 olympischen Schwimmbecken. Deutlich mehr könnte eingespart werden, wenn Bio-Baumwolle einen größeren Marktanteil hätte.

Neben den Vorteilen für die Umwelt hat Bio-Baumwolle auch gesundheitliche sowie wirtschaftliche Vorteile für ihre Produzent*innen: Statt sich individuell bei Unternehmen für Saatgut und Chemikalien zu verschulden, bilden Biobauern und -bäuerinnen Kooperationsnetzwerke. Dadurch werden lange und undurchsichtige Lieferketten für konventionelle Baumwolle kurz und transparent. Bio-Baumwolle erweist sich für die Hersteller*innen sogar als profitabler: Obwohl die Erträge geringfügig niedriger sind als bei gentechnisch veränderter Baumwolle (14%), sind die Kosten für den Anbau von Bio-Baumwolle um 38% niedriger.

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Steve Trent, EJF-Geschäftsführer:

anfuehrungszeichen

„Die verheerenden Auswirkungen der Modeindustrie sind schockierend: Sie verschärfen die Klimakrise, zerstören Lebensräume und vergiften Menschen. Bio-Baumwolle ist eine „grüne“ Lösung, die bereits zur Verfügung steht. Regierungen weltweit müssen steuerliche und politische Maßnahmen ergreifen, um sie zu fördern und gleichzeitig den äußerst schädlichen Umweltauswirkungen der konventionellen Baumwollproduktion entgegenzuwirken. Auch Bekleidungshersteller und Einzelhändler müssen ihrer Verantwortung gerecht werden und handeln, um ökologische Baumwolle zu fördern und anzubieten.“

EJF Deutschland

Infos und Hintergründe zum Thema gibt es hier…

Die Environmental Justice Foundation (EJF) ist eine gemeinnützige Organisation, die sich weltweit für den Schutz der Umwelt und die Verteidigung der Menschenrechte einsetzt. Sie arbeitet weltweit an vorderster Front, um Umweltverbrechen und damit häufig einhergehende Verletzungen der Menschenrechte aufzudecken und mithilfe öffentlichkeitswirksamer Kampagnen bis auf die höchsten Regierungsebenen zu tragen.

Wir alle sind von der natürlichen Umwelt abhängig, die uns umgibt. Sie sichert unseren Lebensunterhalt, unsere Gesundheit und unser Wohlergehen. Der Schutz unserer Erde und die Wahrung der Menschenrechte sind daher für uns bei EJF unmittelbar miteinander verbunden.

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