5 Jahre Klimaabkommen: 5 falsche Klimaversprechen

5 Jahre Klimaabkommen: 5 falsche Klimaversprechen
Foto: rubikon-news CC

5 Jahre Klimaabkommen: 5 Klimaversprechen

Fünf Jahre Pariser Klimavertrag: Immer mehr Länder erklären, klimaneutral werden zu wollen. Meist jedoch bleibt es bei bloßen Versprechungen – während der Klimaschutz im Alltag oft auf der Strecke bleibt. UnternehmensGrün zieht eine Bilanz:

Jede und jeder findet andere Gründe, warum Klimaschutz besonders schwerfällt. „Klimaschutz ist heute Mainstream, aber er schafft es oft nicht von der Sonntagsrede in den Werktag“, kritisiert Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin des Verbands der nachhaltigen Wirtschaft in Deutschland.

TOP 5 der falschen Klimaversprechen und Klima-Widersprüche

DEUTSCHLAND: Im Land der selbst ernannten Klimavorreiterinnen und -vorreiter ist der Ausbau der erneuerbaren Energien abgestürzt. Wurden Mitte der 2010er Jahre jährlich noch 4.000 bis 5.000 Megawatt Windenergie zugebaut, ging der Wert zuletzt auf rund 1.000 Megawatt zurück. Für Photovoltaik halten Fraunhofer-Forscherinnen und -forscher einen jährlichen Zubau von mindestens 15.000 Megawatt für geboten, wenn Deutschland seine Klimaziele 2050 erreichen will.

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Die Erneuerbaren werden nicht ausgebaut. Und gleichzeitig geht der Energieverbrauch in den Bereichen Verkehr und Gebäude nicht signifikant zurück.

CHINA: Während China angekündigt hat, bis „spätestens 2060“ klimaneutral zu sein, schießen dort die Kohlemeiler wie Pilze aus dem Boden. Nach Medienberichten wurden auch im ersten Halbjahr 2020 Kohlekraftwerke mit einer Leistung von 17.000 Megawatt neu genehmigt. Der „Global Coal Plant Tracker“ analysiert, dass weitere 250.000 Megawatt in Bau oder Planung sind. Das sind mehr Kohlekraftwerke, als 2020 laut einer Analyse von Energy Brainpool in der gesamten EU in Betrieb waren.

Nicht nur Staaten: Auch Fleischkonsum treibt den Klimawandel

NORWEGEN: Das Land hat sich ambitionierte Klimaziele gesetzt (minus 55 Prozent bis 2030 gegenüber 1990) und tritt weltweit für Klimaschutz ein. Gleichzeitig fördert und verkauft Norwegen täglich 173.000 Barrel Rohöl. Daraus entstehen beim Verbrauch gut 20 Millionen Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr. Das entspricht etwa zwei Drittel der CO2-Emissionen der Norwegerinnen und Norweger (33,6 Mio. Tonnen 2019).

Dazu kommen die Emissionen aus dem norwegischen Gasexport. Wenn das Land „Klimaneutralität“ anstrebt, dann sind Öl- und Gasexporte nicht mit eingerechnet.

EUROPÄISCHE UNION: Die EU hat sich ein ambitioniertes Klimaziel für 2030 gesetzt (minus 55 Prozent CO2 Emissionen gegenüber 1990) und will 2050 klimaneutral sein.

Aber die dringend nötige Agrarwende findet nicht statt – der Großteil der EU-Subventionen bleiben Direktzahlungen auf Basis der Flächengröße der Betriebe und fließen ohne Umweltauflagen. Da der Agrarhaushalt rund 50 Prozent des EU-Haushalts ausmacht, ist es besonders fatal, dass die neue „Gemeinsame Agrarpolitik“ dem Green Deal der EU widerspricht. Hier besteht akuter Anpassungsbedarf!

DIE FLEISCH-KONSUMENTINNEN und -KONSUMENTEN: Menschen weltweit wollen den Klimawandel stoppen – und treiben gleichzeitig mit immer höherem Fleischverzehr die CO2-Emissionen aus der Landwirtschaft nach oben. Laut Welternährtungsorganisation FAO verursacht die Viehwirtschaft 18 Prozent der weltweiten Klimagase – das ist mehr als alle Autos, Schiffe und Flugzeuge zusammen. Andere Organisationen beziehen auch Aquakulturen und Fleisch-Verarbeitung mit ein und kommen auf 51 Prozent.

Die Aussichten für Tier und Klima sind düster: von 324 Millionen Tonnen Fleischverzehr im Jahr 2018 rechnet die FAO mit einem Anstieg auf über 360 Millionen Tonnen bis 2028.

red

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