AKW-Streckbetrieb löst Energieprobleme nicht

AKW-Streckbetrieb löst Energieprobleme nicht
Energieminister Robert Habeck will nun doch zwei AKW bis Frühling 2023 weiter am Netz lassen. Viele Umweltbewegte befürchten das als Dammbruch. Sie sehen darin einen „Türöffner für weitere Laufzeitverlängerungen“. In einem Gast-Kommentar für globalmagazin äußert sich auch der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt.
„Die angekündigte Novellierung des Atomgesetzes lehnt der BUND strikt ab, da sie Tür und Tor öffnet für weitere Laufzeitverlängerungen. Der Stresstest hat gezeigt, dass ein Weiterbetrieb deutscher Atomkraftwerke die Energiesicherheit weder in Deutschland noch in Frankreich qualitativ verbessern wird.
Sicherheitslage wird deutlich verschlechtert
Der Streckbetrieb wird eine Strommangellage nicht entscheidend abwenden, er wird die Sicherheitslage in Deutschland aber deutlich verschlechtern. Zudem verstößt das weitere Hinauszögern der Periodischen Sicherheitsüberprüfung (PSÜ), die hochriskante Atomkraftwerke auf Herz und Nieren prüfen soll, eindeutig gegen europäisches Recht. Atomkraftwerke bedeuten ein permanentes Sicherheitsrisiko.
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Das AKW Neckarwestheim weist bereits problematische Rissbildungen auf. Zum Zustand des AKW Isar 2 ist wenig bekannt, doch die Äußerungen der zuständigen E.On-Tochter über Ventilprobleme steigern nicht gerade das Vertrauen in die Anlage. Zur Bewältigung der Energiekrise braucht es konsequente Energiesparmaßnahmen und einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien.“
Olaf Bandt


