Batteriegesundheit optimiert Speichersysteme

Batteriegesundheit optimiert Speichersysteme

Batteriegesundheit optimiert Speichersysteme

Der Markt für Energiegewinnung und -handel unterliegt einem ständigen Wandel. Für sogenannte Algo-User, also Unternehmen, die den Energiehandel mithilfe von Strategieprognosen automatisieren und algorithmisieren, ist die Betriebsstrategie geschäftsentscheidend. Warum der Gesundheitszustand der Batterie und ihre Lebensdauer die Betriebsstrategien beeinflussen sollten, erklärt das Erfolgsbeispiel VERBUND.

VERBUND, Österreichs führendes Energieunternehmen und einer der größten Stromerzeuger aus Wasserkraft in Europa, handelt in 12 Ländern mit Strom. Der Versorger betreibt dabei Batterie-Energiespeichersysteme (BESS) in eigenem Namen und für Dritte. Beim derzeitigen Ausbau der BESS setzt VERBUND in Sachen Vermarktung und Betriebsstrategien auf seinen Algo-Trader, einen der leistungsstärksten auf dem deutschsprachigen Markt.

Algorithmen berechnen Batteriealterung

Da unterschiedliche Betriebsstrategien unterschiedliche Auswirkungen auf die Alterung und die Lebensdauer der Batterie haben, ist die Wahl der Betriebsstrategie für BESS-Betreiber entscheidend.

Beeinflusst die Betriebsstrategie die Alterung übermäßig, ist sie unrentabel. Ein anschauliches Beispiel: Im Intraday-Handel laden die VERBUND-Algorithmen die Batterie beispielsweise automatisch auf, wenn die Preise günstig sind, und entladen die Batterie, wenn die Preise höher sind. Die Differenz zwischen diesen Preisen ist der sogenannte Spread. Damit sich der Business Case rechnet, muss VERBUND so bieten, dass die Einnahmen – also der Spread – die tatsächlichen Betriebskosten übersteigen. 

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Einen wesentlichen Teil dieser Betriebskosten machen Alterung und Gesamtlebensdauer der Batterie aus, daher sollten Algorithmen der Einsatzplanung lernen, diese Faktoren zu berücksichtigen. Doch die Mechanismen der Batteriealterung sind komplex: Viele verschiedene Faktoren wie C-Rate, Energiedurchsatz, Entladetiefe, kalendarische Alterung spielen eine Rolle, und zudem ist jede einzelne Batteriezelle anders. 

TWAICE bietet Lösung entlang des Lebenszyklus der Batterie

Hier kommt TWAICE ins Spiel als Plattform für prädiktive Batterieanalytik, die Lösungen entlang des gesamten Lebenszyklus der Batterie bietet – mit einem klaren, einfach zu bedienenden Tool. Daher war der TWAICE Operating Strategy Planner eine optimale Ergänzung für VERBUND. „Ein großer Vorteil der Zusammenarbeit mit TWAICE ist, dass wir nicht für jede Zelltechnologie, die wir in der Praxis verwenden, neue Batteriemodelle erstellen, kalibrieren und validieren müssen – denn das macht TWAICE für uns“, kommentiert Lukas Weissböck, Technischer Batterieingenieur bei VERBUND.

Der Operating Strategy Planner von TWAICE hilft VERBUND, die Batteriealterung für verschiedene Zukunftsszenarien, die auf potenziellen Markt- und Preisentwicklungen basieren, genau vorherzusagen. Denn der Betriebsstrategieplaner kann für jedes Szenario die Auswirkungen auf die Batteriedegradation in Summe oder auch relativ pro Zyklus ausgeben.

Kombination der Expertisen überzeugt: Lebensdauer gesteigert

Dies wird dann in die Alterungskosten für jeden BESS umgerechnet, wodurch ein vollständigeres Bild der Gesamtbetriebskosten entsteht. Im Fall VERBUND fließen die Alterungskosten in die Handelsalgorithmen ein, wodurch der komplexe Alterungsmechanismus der jeweiligen Batterie berücksichtigt wird. Der Algorithmus hat den Anreiz, Angebote abzugeben, die die Batterie so wenig wie möglich schädigen und gleichzeitig die Einnahmen maximieren.

Die Kombination der Expertisen überzeugt: Die erwartete Lebensdauer der Speicher kann um mehr als 20 Prozent erhöht werden. Bei einer geplanten Lebensdauer von 10 Jahren bedeutet dies zwei zusätzliche Jahre am Markt. “Durch die Optimierung unserer Betriebsstrategie mit der TWAICE Battery Analytics Plattform erwarten wir eine um zwei Jahre längere Lebensdauer unserer Energiespeicher. Dies würde zu 1,6 Millionen Euro mehr Umsatz pro 10 Megawattstunden (MWh) Energiespeicher führen”, berichtet Karl Potz, Head of Battery Solutions Center bei VERBUND zufrieden.

Sabine Reinhart

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