Böllerfrei ins neue Jahr

Böllerfrei ins neue Jahr
Foto: free stock photo/Pixabay CC(PublicDomain

Böllerfrei ins neue Jahr

Im Kampf gegen die umwelt- und gesundheitsschädlichen Feuerwerke an Silvester vermeldet die Deutsche Umwelthilfe (DUH) Erfolge. Gleichzeitig mahnt die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation, dass der Weg zu einem böllerfreien Jahreswechsel noch weit ist und fordert dringend Verkaufsstopps und Verbotszonen sowie ein Engagement des Bundesinnenministers.

Aus einer Händlerumfrage der DUH in diesem Jahr geht laut Pressemeldung des Verbands hervor, dass weitere prominente Ketten und Geschäfte den Verkauf von Pyrotechnik gestoppt haben oder bald stoppen. Von den befragten 51 Baumärkten, Discountern und Supermärkten erhalten sieben eine Grüne Karte, weil sie keine Pyrotechnik zum anstehenden Jahreswechsel mehr verkaufen. Dazu zählen die Baumarktkette Hornbach, die Raiffeisen Waren GmbH und K + K Klaas & Kock. Vier weitere erhalten eine Gelbe Karte, weil sie entweder in einzelnen Filialen oder aber ab dem kommenden Jahr auf Feuerwerksverkauf verzichten, darunter Filialen von Rewe und Edeka sowie die Hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe.

Dass trotz dieser Erfolge der Kampf gegen Pyrotechnik weiter intensiviert werden muss, zeigt die immer noch erschreckend hohe Zahl von 40 Handelsunternehmen, die eine rote Bewertung erhalten. Vor allem Discounter wollen nach wie vor nicht zugunsten von Umwelt- und Gesundheitsschutz auf das Geschäft mit der Böllerei verzichten.

Immer mehr Handelsketten verzichten auf das geschäft mit Böllern

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch: „Wir freuen uns, dass immer mehr auch große Handelsketten Umwelt und Gesundheit über sinnlose Böllerei und Gewinne stellen. Doch leider gibt es noch viel zu viele ignorante Betriebe, die weiterhin Pyrotechnik verkaufen. Diese Unternehmen übernehmen keine Verantwortung für Umwelt, Mensch und Tier.“

Lesen Sie auch:

Auch das Umweltbundesamt (UBA) warnt vor den Gefahren für Umwelt, Luftqualität und Gesundheit durch Pyrotechnik. Jährlich würden an Silvester binnen weniger Stunden 4.200 bis 5.000 Tonnen gesundheitsschädlicher Feinstaub freigesetzt. Das sei angesichts der sich verschärfenden Corona-Pandemie besonders alarmierend.

Für etliche Menschen und viele Tiere ist die Silvesternacht ein Albtraum. Neben zum Teil schwerwiegenden Verletzungen sind die psychischen Auswirkungen massiv. Der ohrenbetäubende Lärm und die hell leuchtenden Blitze lösen laut DUH „etwa bei Kleinkindern oder dementen Menschen ebenso wie bei Wild- und Haustieren Stress, Angst und Panik aus“.

Sylvester-Böllerei: teuer, viel Müll und Verursacher ungesunder Luftverschmutzung

Die Böllerei verursache, betont der Verband, zudem tausende Tonnen unnötigen Abfall, der die Umwelt belastet. Auch die Kosten für Entsorgung und Beseitigung von Sachschäden seien erheblich.

„Das alles trägt dazu bei, dass sich entgegen vieler Behauptungen die deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland gegen privates Feuerwerk ausspricht“, betont die DUH. Laut einer repräsentativen Umfrage aus dem vergangenen Jahr seien knapp 60 Prozent für ein Verbot privater Silvesterfeuerwerke in Innenstädten.

Auch deshalb habe die DUH mit Unterstützern die Kampagne #böllerfrei ins Leben gerufen.

Zudem fordert die DUH, dass Kommunen und Bundesinnenminister Horst Seehofer stärker aktiv werden. Zahlreiche Städte, darunter Aachen, Berlin, Stuttgart und München, haben bereits Böllerverbote verhängt oder bestehende Verbotszonen erheblich ausgedehnt. Die DUH fordert auch alle weiteren Kommunen auf, alle bestehenden Möglichkeiten auszuschöpfen, um private Feuerwerke zu verbieten.

In einem Rechtsgutachten im Auftrag der DUH sind die rechtlichen Möglichkeiten sowie praktische Beispiele zur Umsetzung von böllerfreien Zonen aufgeführt. Das Kurzgutachten können Kommunen ohne großen Aufwand als Regelungsvorlage verwenden.

duh



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.