Das grüne Jahrzehnt

Das grüne Jahrzehnt
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Das grüne Jahrzehnt

capital.de: Auf die deutsche Wirtschaft kommt eine massive Umgestaltung zu, egal wer im Herbst die Wahl gewinnt. Für den Weg in die Klimaneutralität wird es mehr als nur ein Update brauchen – sondern einen historischen Kraftakt

Vor einiger Zeit lief eine Meldung um die Welt, nach der China in den Jahren 2011 bis 2013 mehr Zement verbaut hat als die USA im gesamten 20. Jahrhundert. 6,6 Milliarden Tonnen gegenüber 4,5 Milliarden. Es war eine dieser typischen Nachrichten aus China, bei denen einem der Atem stockt. Man hatte kurz das Empire State Building und all die anderen Wolkenkratzer und Skylines der amerikanischen Städte vor Augen, die achtspurigen Highways und Staudämme, und konnte es kaum glauben.

In China soll die Hälfte der Infrastruktur erst in diesem Jahrtausend entstanden sein. Knapp 24.000 Staudämme. 100.000 Autobahnkilometer seit 2006. Bis 2035 sind mehr als 200 neue Flughäfen angekündigt. 30.000 Kilometer Schienen für Hochgeschwindigkeitszüge hat China errichtet, rund zwei Drittel der globalen Gesamtlänge. Übermacht über Nacht.

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Und dann Deutschland: Vor einigen Wochen erschienen gut 130 Seiten über die Zukunft des Landes. Das Wahlprogramm der Grünen, die erstmals ins Kanzleramt streben. Auch diese Seiten waren voller Pläne und Zahlen, es ging um Investitionen und Innovationen. Auch hier soll gebaut werden, Schienen, Glasfaser, eine Million neue Solardächer in den kommenden vier Jahren. Wer die Seiten genau liest, erfährt aber viel von Reduktion, Runterfahren, Ausstieg. Verbrennermotor, Öl, Kohle.

Auf Seite 23 steht: „Wir wollen auch den Ausstieg aus dem Kies- und Sandabbau vorantreiben.“ Kurzstreckenflüge, steht auf Seite 20, „wollen wir bis 2030 überflüssig machen“. Alle Gesetze bekommen eine „CO2-Bremse“, alle Vorhaben eine „Klimaverträglichkeitsprüfung“. In dem Land, in dem diese Sätze in einem Programm stehen, wird nachgedacht, wie viel überhaupt noch gebaut werden soll, wie viel Fläche „gefressen“ wird, ob man wieder Urwälder schafft und ob ganze Häuser für eine Familie noch zeitgemäß sind… weiterlesen

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