Die zehn Krisen, die 2021 am wenigsten Schlagzeilen machten

Die zehn Krisen, die 2021 am wenigsten Schlagzeilen machten
Zimbabwe - Folgen der Dürre, Rudo, 13 Jahre alt, muss rausgehen und Termiten sammeln, damit ihre Familie sie essen kann. Sie verdient ihren Lebensunterhalt damit, das Vieh anderer Bauern zu beaufsichtigen, und wird normalerweise mit Essen bezahlt. Foto: John Hewat/CARE

Die zehn Krisen, die 2021 am wenigsten Schlagzeilen machten

„Ein Orkan humanitärer Krisen tobt auf der Welt“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres im Sommer 2021 angesichts der Zunahme schwerer und lang andauernder humanitärer Notlagen. Nicht nur, dass sie immenses Leid für die Zivilbevölkerung verursachen. Sie bringen auch die Ressourcen der Vereinten Nationen und von Hilfsorganisationen ans Limit. Vor diesem globalen Hintergrund beleuchtet die sechste Ausgabe von „Suffering in Silence“ jene humanitären Krisen, über die weltweit am wenigsten berichtet wird. (Zitat aus dem Report)

Im vergangenen Jahr berichteten internationale Online-Medien mehr als 240.000-mal über die Weltallflüge von Jeff Bezos und Elon Musk. Die humanitäre Krise in Sambia, die für über 1,2 Millionen Menschen Hunger bedeutet, fand hingegen nur ganze 512 Erwähnungen. Die Abenteuer der beiden Milliardäre wurden also fast 500-mal so häufig thematisiert wie das südafrikanische Land und seine Hungerkrise.

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Für viele Menschen in ärmeren Ländern ist jeder Tag ein Kampf ums Überleben, doch die Weltöffentlichkeit bekommt davon kaum etwas mit, mahnt die Hilfsorganisation CARE Deutschland. Der aktuelle CARE-Bericht „Suffering in Silence“ zeigt erneut eindrücklich auf, welche zehn humanitären Krisen im Jahr 2021 kaum mediale Aufmerksamkeit bekamen, obwohl dort über Millionen von Menschen humanitäre Hilfe benötigen.

„Viele der Krisen in unserem Ranking sind langwierig und die meisten werden von der Klimakrise verschärft. Armut, Hunger und Flucht machen noch zu selten Schlagzeilen, das zeigt der Report sehr deutlich“, so Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland. „Vergessene Krisen sind auch für Hilfsorganisationen eine besondere Herausforderung. Mit mangelndem medialem Interesse geht nicht selten auch eine geringere finanzielle Unterstützung einher. Und damit wird die konkrete Hilfe vor Ort noch schwerer.”

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Habo Jibji Farmer (40, 7 Kinder) und Frau bei der Erdnussverarbeitung im Dorf Rafa/Niger. Das Coronavirus hat ihr Leben wirtschaftlich beeinträchtigt. Die Menschen gehen nicht mehr raus, weil sie Angst haben, sich anzustecken. Es gibt keine Geschäfte mehr. Am schwierigsten ist es, jeden Tag zu essen. Sie kommen kaum auf 2 Mahlzeiten am Tag und die Familie ist groß. Foto: Ollivier Girard/CARE

Armut und Hunger in Sambia am wenigsten beachtet

Die Auswirkungen langanhaltender Dürreperioden, des Klimawandels und von COVID-19 fanden nur selten Eingang in die Berichterstattung. Damit liegt Sambia auf dem ersten Platz, der 2021 am wenigsten beachteten Krisen. Direkt dahinter liegt auf Platz zwei die humanitäre Krise in der Ukraine. Im Osten des Landes herrscht seit mehr als sieben Jahren ein bewaffneter Konflikt. 3,4 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe. An dritter Stelle der vergessenen Krisen befindet sich Malawi. Dort kämpfen die Menschen mit den schweren Folgen der Klimakrise. Extreme Naturereignisse wie Wirbelstürme, Fluten oder Dürren treten häufiger auf als in den Jahren zuvor.

Die zehn humanitäre Krisen und die Folgen für die Menschen:

  1. Sambia – 1,2 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen
  2. Ukraine – 3,4 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe
  3. Malawi – 17 Prozent der Bevölkerung sind stark unterernährt
  4. Zentralafrikanische Republik – 2,8 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe
  5. Guatemala – 2/3 der Bevölkerung leben von weniger als 1,80 Euro am Tag
  6. Kolumbien – 4,9 Millionen Menschen leben unter der Kontrolle bewaffneter Gruppen
  7. Burundi – 2,3 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe
  8. Niger – 1,8 Millionen Kinder benötigen Nahrungsmittelhilfe
  9. Simbabwe – 5,7 Millionen Menschen fehlt es an genügend Nahrung
  10. Honduras – 2,8 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe

„Was alle Krisen gemeinsam haben: Die Lage für Frauen und Mädchen ist besonders prekär”, mahnt CARE-Chef Zentel. „Sie essen weniger, wenn alle hungern, sie sind auf der Flucht von Übergriffen bedroht und sie leiden unter Unsicherheit, Gewalt und patriarchalen Strukturen.”

Der Report soll jenen Krisen mehr Aufmerksamkeit geben, die im „Orkan humanitärer Krisen“ nicht wahrgenommen werden. Es geht um die Menschen, die unbeachtet von der Weltöffentlichkeit jeden Tag um ihr Überleben kämpfen und deren Schicksal nie im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit steht. Dieser Report kann aber nur etwas bewirken, wenn er gelesen wird! (Quelle: CARE Deutschland e.V.)

Hier finden Sie den Report „Suffering in Silence“ online

red

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