Eine Spinne namens Greta

Eine Spinne namens Greta
Thunberg-Spinne Foto: Rémy Eudeline, Lyon

Eine Spinne namens Greta

Große Ehre für Greta: Der Arachnologe Peter Jäger vom Frankfurter Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum benannte eine neue Spinnengattung auf Madagaskar nach der jungen Klimaaktivistin aus Schweden – Thunberga.

Jäger fasst nun unter dem Namen Thunberga fünf Arten innerhalb der Riesenkrabbenspinnen zusammen. Der Name soll dabei bewusst an Greta Thunberg und ihr Engagement gegen den Klimawandel erinnern. Der Forscher will damit auf die Bedrohung der madagassischen und globalen Artenvielfalt aufmerksam machen. Die Studie erschien jetzt im Fachjournal Zootaxa.

Peter Jäger hat in den letzten 20 Jahren viele neue Spinnenarten beschrieben. Thunberga greta ist genau die 400. Art, die er entdeckt hat. Immer wieder macht er mit prominenten Namen auf Probleme aufmerksam, die die Natur unseres Planeten betreffen. Das bekannteste Beispiel war die südostasiatische Riesenkrabbenspinne Heteropoda davidbowie.

Weil Gretas Einsatz für den Klimaschutz beeindruckend ist“
Greta Thunberg Screenshot Grist
Greta Thunberg Screenshot: Grist Magagzine

Riesenkrabbenspinnen bauen keine Netze, sondern sind als aktive Jäger bekannt. „Schon lange wird ein großer Artenreichtum innerhalb dieser Gruppe vermutet“, erklärt Dr. Peter Jäger, „bislang wurde den afrikanischen Vertretern der Sparassidae aber wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Nun konnte ich dort eine bislang unbekannte Gattung beschreiben“.
Insgesamt vier Arten aus Madagaskar konnte Jäger der – von ihm neu beschriebenen und benannten – Gattung Thunberga zuordnen. Die Vertreter dieser Gruppe unterscheiden sich von anderen Riesenkrabbenspinnen vor allem durch die einzigartige Bezahnung ihrer Kieferklauen (Cheliceren) sowie ihren außergewöhnlich gepunkteten Vorderleib.

Auch eine gänzlich neue Art entdeckte Jäger auf der afrikanischen Insel: Thunberga greta. Warum gerade Greta? „Ihr Einsatz im Kampf gegen den Klimawandel ist beeindruckend“, findet Jäger.

Sie legte seit Sommer 2018 mit ihrem Klima-Streik den Grundstein für die Fridays For Future-Bewegung, die mittlerweile in über 100 Ländern vertreten ist. Die Benennung der neuen Spinnengattung soll laut Jäger, der bereits an mehreren Demonstrationen teilgenommen hat, auch ein Weckruf sein, damit die Forderungen der Protestierenden vonseiten der Politik und Wirtschaft gehört werden: „Die steigenden Temperaturen beeinflussen alle Bereiche der Natur – die madagassische Endemitenvielfalt und Spinnenfauna eingeschlossen.“

red

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