EuroNatur-Preis 2020 für ausdauernde Pestizidgegner

EuroNatur-Preis 2020 für ausdauernde Pestizidgegner
Preisträger aus Mals Foto: Euronaturpreis

EuroNatur-Preis für ausdauernde Pestizidgegner

Die südtiroler Gemeinde Mals erhält diesjährigen EuroNatur-Preis. Ausgezeichnet werden die Menschen in Mals dafür, dass sie überregionale Bekanntheit durch den Kampf um ein Pestizidverbot mitten in der Obstanbauregion Vinschgau ereichten.
Es sind Menschen aus ganz unterschiedlichen Berufsfeldern wie Friseur, Apotheker oder Ökolandbau, und sie eint der Kampf gegen den massiven Einsatz künstlich hergestellter Pestizide in ihrer Gemeinde“, begründet die Stiftung Euronatur in einer Pressemitteilung die Entscheidung für die Preisträger. Eine vierköpfige Delegation aus Mals nahm auf der Bodenseeinsel Mainau ihn entgegen. Mit dieser Auszeichnung wurde die Gemeinde für ihr Durchhaltevermögen beim Einsatz gegen Ackergifte gewürdigt.

Sechs Jahre Kampf für eine biodiversitätsfreundliche Landwirtschaft

Aus der weiteren Begründung: „Seit knapp sechs Jahren setzen sich viele Menschen aus Mals für ihre Gesundheit und für eine biodiversitätsfreundliche Landwirtschaft ein – zahlreichen Widerständen aus Agrarlobby, Politik und Justiz zum Trotz. Vertreterinnen und Vertreter dieser als ‚Malser Weg‘ bekannt gewordenen Initiative wurden in der Vergangenheit schon mehrmals mit juristischen Klagen konfrontiert. Und noch immer müssen die Malserinnen und Malser für die Umsetzung ihrer Volksabstimmung vor Gericht streiten.“

In seiner Ansprache stellte EuroNatur-Präsident Thomas Potthast den vorbildhaften Charakter der Malser Bürgerinnen und Bürger heraus: „Als Gemeinschaft haben sich die Malserinnen und Malser bürgerschaftlich und schließlich auf Basis einer Volksabstimmung dafür ausgesprochen, keine schädlichen Pestizide mehr zu akzeptieren und sich für eine zukunftsfähige Landwirtschaft entschieden. Eine echte Gemeinschaftsentscheidung, die Mals zu einer umkämpften Ausnahme in der pestizidorientierten Obstanbauregion Südtirol macht. Sie macht Mals zudem zu einem Vorbild für viele andere Kommunen in ganz Europa.“

red

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