Gamechanger für Energiewende

Gamechanger für Energiewende
Yttberiumoxid Foto: Wikimedia CC 4.0

Gamechanger für Energiewende

fr.de: China hat fast ein Monopol auf den Abbau von Seltenen Erden. Europa will aber unabhängiger werden, wozu ein Rekordfund in Norwegen beitragen könnte.

Ohne die Metalle der Seltenen Erden, zu denen 17 Elemente gehören, ist die Energiewende nicht zu schaffen. Denn Neodym, Terbium oder Dysprosium werden für Windkraftanlagen oder Elektroautos, aber auch für Mobiltelefone benötigt. Die Nachfrage ist groß, doch die Vorkommen sind geografisch ungleich verteilt. So stammen rund 90 Prozent der in Europa benötigten Seltenerdmetalle aus China.

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Um sich aus der Abhängigkeit von China zu lösen, wird weltweit nach neuen Lagerstätten gesucht. In Norwegen ist man offenbar im großen Stil fündig geworden. Wie das Bergbauunternehmen Rare Earths Norway Anfang Juni mitteilte, wurde südwestlich von Oslo im Bezirk Telemark ein riesiges Vorkommen an Seltenen Erden entdeckt.

Der sogenannte Fen Carbonatite Complex (FCC) soll insgesamt 8,8 Millionen Tonnen wirtschaftlich abbaubarer Seltenerdoxide enthalten. Davon sollen allein 1,45 Millionen Tonnen die für Windkraft und Elektroautos wichtigen Elemente Neodym und Praseodym enthalten. Damit wäre die Lagerstätte deutlich größer als das Vorkommen im schwedischen Kiruna, das bisher mit ein bis zwei Millionen Tonnen als das größte in Europa galt. Das Unternehmen schätzt, dass dann zehn Prozent des europäischen Bedarfs an Seltenen Erden gedeckt werden könnten.

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Untersuchungen von Rare Earth Norway haben ergeben, dass der Fen Carbonatite Complex insgesamt rund 559 Millionen Tonnen Erz mit einem Seltenerd-Oxidgehalt von 1,57 Prozent enthält. Die aktuelle Mineralressourcenschätzung reicht nur bis zu einer Tiefe von 468 Metern unter dem mittleren Meeresspiegel. Die Lagerstätte könnte aber noch viel größer sein: Frühere Bohrungen haben laut Rare Earths Norway gezeigt, dass die Mineralschicht bis in eine Tiefe von 1000 Metern reicht.

„Der Fen-Karbonatit-Komplex ist zweifellos Europas größte Lagerstätte für Seltenerdmetalle“, sagt Sven Dahlgren, Geologe des Bezirks Telemark. Die geologischen Daten haben gezeigt, dass die Lagerstätte noch größer ist, als die Untersuchungen von 2019 vermuten ließen.

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Weitere Schritte sind bereits in Planung. Rare Earths Norway will noch in diesem Jahr eine neue Bohrkampagne im Fen Carbonatite Complex durchführen, um die Wirtschaftlichkeit besser abschätzen zu können. In der Gemeinde Nome in der Nähe der Lagerstätte soll eine Pilotanlage errichtet werden, in der Technologien getestet und die Aufbereitung der Erze optimiert werden sollen… weiterlesen

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