Glyphosat – EPA räumt Fehler ein

Glyphosat – EPA räumt Fehler ein
Foto: Mike Mozart/Flickr (CC BY 2.0)

Glyphosat – Die amerikanische Umweltbehörde EPA räumt Fehler ein

Da zieht Sturm auf für BAYER/MONSANTO! Im Zuge eines Klage-Verfahrens gegen die amerikanische Umweltbehörde räumt die EPA (Environment Protection Agency) gravierende Fehler bei der Genehmigung des Pestizids Glyphosat im Januar 2020 ein und beantragte vor Gericht, den Prozess auszusetzen, um ihre Entscheidung überprüfen zu können. Sie wolle die Gefahren detaillierter analysieren, die bei der Ausbringung des Herbizids durch Verwehungen auf teilweise weit entfernte Ackerflächen drohen. Sie verwies dabei nicht nur auf einschlägige Gerichtsurteile und jüngere Studien aus eigenem Hause, sondern auch auf eine Order von Präsident Joe Biden:

Dieser hatte unmittelbar nach Amtsantritt im Januar 2021 mit einer „Executive Order on Protecting Public Health and the Environment and Restoring Science to Tackle the Climate Crisis“ unmissverständlich die politische Instrumentalisierung der EPA unter seinem Vorgänger Donald Trump öffentlich gemacht: „Heute unterschreibe ich ein präsidiales Memorandum, das klarstellt, dass wir unsere Weltklasse-Wissenschaftler vor politischer Einmischung schützen und sicherstellen werden, dass sie frei denken, forschen und sprechen können.“

Nach einer internen Revision hat die EPA schwere Mängel bei der 2018 erfolgten Zulassung des Herbizids Dicamba eingeräumt: massive Einmischung in den Prüfprozess, Streichung ganzer Passagen aus Expertisen und direkte Anweisungen an Wissenschaftler*innen, sich bei ihrer Arbeit ausschließlich auf Daten von BAYER und anderen Herstellern zu stützen.

Die klagenden Organisationen – u. a. „Center for Food Safety“, „Farmworker Association of Florida“ und „Beyond Pesticides“ – verlangen von der Umweltbehörde, sich nicht nur auf die Umweltgefahren zu beschränken, sondern auch die von der Glyphosat ausgehenden Gefährdungen für die menschliche Gesundheit nochmals genau in Augenschein zu nehmen. Dazu zitieren sie aus einer im Giftschrank verschwundenen EPA-internen Untersuchung, die „überzeugende Belege“ für einen Zusammenhang zwischen einer Exposition der Agro-Chemikalie und der Entstehung des Non-Hodgkin-Lymphoms, einer speziellen Art des Lymphdrüsen-Krebses, heraus fand. Zudem fordern sie die US-Behörde auf, die Glyphosat-Zulassung für die Zeit der Neubewertung auszusetzen.

Bleibt abzuwarten, ob die EPA ihre vorläufige Zulassungsverlängerung für Glyphosat in eine dauerhaftere verwandeln wird oder nicht. Als Kronzeuge in den noch ausstehenden zigtausenden Schadensersatz-Prozessen dürfte die EPA künftig wohl ausfallen. (Quelle: CBG Network)

Executive Order on Protecting Public Health and the Environment and Restoring Science to Tackle the Climate Crisis

red

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