Greenwashing beim Stromeinkauf

Greenwashing beim Stromeinkauf
Screenshot: energiezukunft.eu

Greenwashing beim Stromeinkauf

energiezukunft.eu: Unternehmen werben häufig mit einem Ökostrom-Label. Doch viele kaufen lediglich Herkunftsnachweise von Grünstrom. Die wenigsten investieren in Erneuerbare-Energien-Anlagen oder beziehen Strom direkt aus Solar- und Windkraftanlagen.

Statt tatsächlich Strom aus Erneuerbaren Energien zu kaufen, setzen Unternehmen offenbar häufig auf den normalen Strommix und kaufen zusätzlich günstige Grünstromzertifikate, zum Beispiel von norwegischen Wasserkraftwerken. So wird Strom aus Kohle, Gas oder Atomkraft mit Hilfe der so genannten Herkunftsnachweise lediglich umetikettiert.

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Dieses Vorgehen ist zwar legal, Investitionen in den Bau neuer Erneuerbarer-Energien-Anlagen und damit in die Energiewende sind damit aber nicht verbunden. Den Kunden wird damit Engagement für den Klimaschutz nur vorgetäuscht. Greenwashing nennt man solch wenig wirksamen Klimaschutzmaßnahmen.

Zu dieser Einschätzung gelangt die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Sie hatte 66 der größten Stromverbraucher in Deutschland zu ihrem Bezug von Ökostrom befragt. 19 Unternehmen beantworteten die Fragen, sie repräsentieren mit ihrem Stromverbrauch etwa drei Prozent der Nettostromerzeugung in Deutschland.

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz der DUH, kritisiert: „Wo bei den befragten Unternehmen Ökostrom draufsteht, ist nicht immer Klimaschutz drin. Die wenigsten Unternehmen investieren in den Bau neuer Erneuerbarer-Energien-Anlagen – eine unerlässliche Voraussetzung für den Klimaschutz.“ Der Kauf von billigen Ökostrom-Zertifikaten von alten Wasserkraftwerken ist seiner Meinung nach unredlich und sollte unterbunden werden. Die Unternehmen sollten statt in Herkunftsnachweise in Erneuerbare-Energien-Anlagen investieren oder direkte Strombeschaffungsverträge abschließen, so die Forderung des Umwelt- und Verbrauchschutzverbandes.

Gleichzeitig fordert Zerger die nächste Bundesregierung auf, eine Umetikettierung von konventionellem Strom zu untersagen, da diese Praxis die Energiewende in Deutschland durch ausbleibende Investitionen regelrecht ausbremse.

Von den insgesamt 66 angeschriebenen Unternehmen hat der Umwelt- und Verbraucherschutzverband 19 Rückmeldungen erhalten. 12 Unternehmen betreiben demnach eigene Erneuerbare-Energien-Anlagen. 7 Unternehmen haben direkte Bezugsverträge mit Erneuerbare-Energien-Anlagen aus dem Inland abgeschlossen. Neben diesen Bezugsquellen bestätigten außerdem 9 Unternehmen die Nutzung von Herkunftsnachweisen. Die 47 verbleibenden Unternehmen wollten sich auch nach wiederholten Erinnerungen und persönlicher Ansprache nicht an der Umfrage beteiligen… weiterlesen

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