Illegale Amazonas-Rodung erreicht Rekordwerte

Illegale Amazonas-Rodung erreicht Rekordwerte
Foto: IBAMA (CC BY-SA 2.0)

Illegale Amazonas-Rodung erreicht Rekordwerte

Brasilien ist inzwischen der Corona-Hotspot in Südamerika. Viele Bereiche der brasilianischen Wirtschaft verzeichnen sinkende Umsätze. Regierungsdaten aber zeigen, dass illegale Holzfäller und Landspekulanten mit dem Ausbruch des Coronavirus nicht aufgehört haben, den Wald zu zerstören. Sie haben im Gegenteil jetzt Hochkonjunktur. Die Zerstörung des brasilianischen Amazonasanteils stieg im März um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, so die Weltraumforschungsagentur INPE. In den ersten drei Monaten des Jahres stieg die Entwaldung des Amazonas gegenüber dem Vorjahr um 51 Prozent auf 796 Quadratkilometer, eine Fläche, die ungefähr der Größe von New York City entspricht.

Die Behörden in Amazonas, dem größten Bundesstaat der Regenwaldregion, warnten bereits, dass das dortige Gesundheitssystem mit rund 900 bestätigten Viruserkrankungen bereits am Rande der Kapazitäten stehe. „Der Ausbruch des Coronavirus betrifft praktisch alle Bereiche der brasilianischen Wirtschaft, jedoch nicht die Umweltzerstörung“, zitiert Reuters Carlos Nobre, Erdsystemwissenschaftler an der Universität von Sao Paulo.

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Brasilien ist derzeit der Corona-Hotspot in Südamerika. Und das nicht zuletzt durch die Politik von Präsident Bolsonaro. Vor allem im Amazonas-Wald sind bereits viele der dort lebenden Ureinwohner am Coronavirus erkrankt bzw. gestorben. Weiter…

Die Umweltbehörde Ibama hat wegen Corona vorsorglich die Zahl der Umweltpolizisten reduziert. Die dadurch verminderte Bekämpfung von Umweltverbrechen hat Forscher zu der Befürchtung veranlasst, dass die Entwaldung unkontrolliert zunehmen würde. „Eine reduzierte Polizeiarbeit und eine erwartete wirtschaftliche Rezession, die dazu führen würde, dass mehr Menschen kriminelle Aktivitäten riskieren, um Geld zu verdienen, könnten die Zerstörung fördern“, sagte Carlos Souza Jr., Forscher am gemeinnützigen Amazonas-Institut Imazon.

Die Entwaldung hat seit dem Amtsantritt des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro stark zugenommen. Laut Bolsonaro muss der Amazonas, einschließlich sensibler indigener Reservate, entwickelt werden, um die Bewohner dort aus der Armut zu befreien. Umweltschützer glauben, dass seine Politik illegale Holzfäller, Viehzüchter und Spekulanten ermutige. Der Anstieg der Zerstörung löste eine weltweite Verurteilung von Bolsonaro aus, da die Erhaltung des Amazonas als entscheidend für eine Eindämmung der klimaerwärmenden Treibhausgase angesehen wird.

hjo

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