Platz für Atommüll wird knapp

Platz für Atommüll wird knapp
Screenshot: zeit.de

Platz für Atommüll wird knapp

zeit.de: Mit dem Aus für die Kernkraft entstehen deutschlandweit Zwischenlager für strahlende Abfälle. Anwohner fürchten, dass sie mit dem Atommüll noch Jahrzehnte leben müssen.

Stell Dir vor, in Deutschland werden neue Atommüll-Lager gebaut – und keiner regt sich auf. Schwer vorstellbar? Realität im Herbst 2021. Zum Beispiel in Geesthacht am Elbufer. Gleich neben dem abgeschalteten Atomkraftwerk Krümmel drehen sich Baukräne, wachsen Beton-Rohbauten hinter Baugerüsten. Hier entsteht ein neues Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle, eine Halle für 1.200 Behälter Atommüll.

Rund hundert Kilometer entfernt elbabwärts, in Brunsbüttel, ein ähnliches Bild, der Neubau neben dem abgeschalteten Atomkraftwerk ist nahezu fertig. Richtfest für das neue Zwischenlager feierte der Energieversorger Vattenfall schon im Juni letzten Jahres. Ein Richtfest für ein Atommülllager? „Der Neubau hat hier niemanden aufgeregt“, sagt der Brunsbütteler Bürgermeister Martin Schmedtje (parteilos) hanseatisch-pragmatisch. „Unser Ziel ist, dass wir hier in Brunsbüttel in 15 Jahren statt einem Kraftwerk eine grüne Wiese haben.“

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Während angesichts des Klimawandels andere Staaten über den Ausbau der Atomkraft streiten, passiert in Deutschland zurzeit das Gegenteil: Deutschland steigt aus. Ende kommenden Jahres sollen die letzten Meiler vom Netz gehen. Und das hat Folgen. Von Grafenrheinfeld im Süden über Philippsburg bis Unterweser im Norden werden überall in Deutschland neue Zwischenlager für atomare Abfälle gebaut oder sind just fertiggeworden. Der Bauboom für Abfall-Depots ist eine Folge des fortschreitenden Atomausstiegs: Elf Kernkraftwerke werden zurzeit abgebaut, in den vorhandenen Lagern fehlt der Platz für die strahlenden Abriss-Teile. Inzwischen lagern deutschlandweit mehr als 1.000 Behälter mit radioaktiven Abfällen.

Die Neubauten werden die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle aufnehmen, also solche mit geringerer Strahlung. Dazu gehören zum Beispiel kontaminierte Arbeitskleidung, verstrahlte Instrumente, Filter oder Schutt. Für den gefährlichsten, hochaktiven Müll sind sie nicht vorgesehen. Ungefährlich sind die Abfälle aber trotzdem nicht: Würde deren Radioaktivität in die Umwelt gelangen, wäre etwa das Grundwasser in Gefahr… weiterlesen

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