Sechs Tiere halten den Wald gesund

Sechs Tiere halten den Wald gesund
Grafik: PEFC

Sechs Tiere halten den Wald gesund

Wildtiere sind nicht nur Nutznießer eines nachhaltig bewirtschafteten Waldes. Als Gegenleistung tragen sie durch ihre Lebensweisen zu seinem ökologischen Gleichgewicht bei. Die Waldschutzorganisation PEFC Deutschland e. V. illustriert diese Wechselwirkung am Beispiel einer Auswahl von Waldbewohnern.

Beim Spaziergang bleiben den Waldbesuchenden die meisten Lebewesen verborgen. Ob im Laub, unter umgestürzten Bäumen, im Bau oder im Erdreich – im Wald wimmelt es vor Leben. Jedes Tier hat eine wichtige Funktion als Bestandteil dieses Ökosystems. Solange das System Wald artenreich und ausgeglichen ist, stehen die Chancen gut, dass es auch stabil bleibt. Daher ist es wichtig, dass eine nachhaltige Forstwirtschaft dieses Gleichgewicht erhält. PEFC Deutschland setzt sich seit mehr als zwanzig Jahren für dieses Gleichgewicht ein und stellt einige der wichtigsten heimischen Tierarten mit ihrer Bedeutung für den Wald vor.

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Regenwurm

Die Anzahl der Bodenorganismen, die für den Abbau organischer Substanz und die Humusbildung im Boden verantwortlich ist, ist riesig. Gräbt man auf einem Quadratmeter Waldboden 50 cm in die Tiefe, kann man bis zu 1.000 Regenwürmer vorfinden. Regenwürmer gehören zu den effektivsten Zersetzern abgestorbener Pflanzen- und Tierreste. Sie graben bis zu acht Meter tiefe Gänge, lockern so den Boden und reichern ihn mit Nährstoffen an, wovon Mikroorganismen und Pilze profitieren.

Waldameise

Die Waldameisen, in unseren Wäldern vor allem die Rote Waldameise, sind gleich in vielerlei Hinsicht ein „Nutztier“ für den Wald. Sie reichern wie die Regenwürmer den Boden mit Nährstoffen an, lockern und durchmischen ihn und führen ihn somit Sauerstoff zu. Darüber hinaus unterstützen sie Pflanzen bei der Verbreitung von Samen. Einige Pflanzen wie die Schneeglöckchen locken die Ameisen sogar mit Nahrung in Form von fetthaltigen Anhängseln, um sich so den Weitertransport ihrer Samen durch die Ameisen zu sichern. Schließlich sind Ameisen auch eine wichtige Nahrungsquelle für eine Vielzahl von Vögeln, insbesondere für den Schwarzspecht.

Ameisenbuntkäfer

Diese Käferart verdankt ihrem Namen der schwarz-weiß-gelben Zeichnung ihres Körpers sowie ihrer ameisenartig schnellen Fortbewegung am Waldboden. Sie und ihre Larven sind sehr nützlich für die Forstwirtschaft. Denn sie können pro Tag gleich mehrere der schädlichen Borkenkäfer vertilgen. Damit erfüllen sie in

Wäldern mit hohem Nadelbaumanteil eine wichtige Funktion, auch wenn sie in den extremen Dürrejahren eine massenhafte Vermehrung der Schädlinge nicht verhindern konnten.

Eichelhäher

Eine der nützlichsten Vogelarten für den Wald ist der Eichelhäher, er wird auch „Försterfreund“ genannt. Er trägt aktiv zur Erneuerung der Laubwälder bei, da er nicht nur Eicheln, sondern auch andere Nussfrüchte wie Bucheckern und Haselnüsse sammelt. Diese versteckt er im Wald für die kalte Jahreszeit. Werden die Verstecke von den Eichelhähern nicht wiedergefunden oder vergessen, können die Samen im Frühjahr auskeimen.

Eichhörnchen

Eine ähnliche Funktion bei der sogenannten Waldverjüngung wie der Eichelhäher spielt das Eichhörnchen. Das putzige Nagetier sammelt vor dem Winter jede Menge Nahrung, vor allem Nüsse und Samen. Da auch das Eichhörnchen nicht alle Verstecke wiederfindet, können im Frühling aus den gebunkerten Vorräten wieder neue Pflanzen entstehen.

Rotfuchs

Der Fuchs ist in den meisten Regionen Deutschlands das größte Raubtier, zumindest da, wo es Luchs und Wolf (noch) nicht wieder gibt. Zusammen mit den anderen sogenannten Beutegreifern, beispielsweise dem Dachs oder dem Marder, ist er der Gesundheitspolizist des Waldes. Weil er in erster Linie kranke und „schwache“ Tiere erbeutet, hält er die Populationen der Beutetiere gesund. Mit dem Reißen von Rehkitzen verhindert er eine zu hohe Wilddichte. Zu viele Rehe beeinträchtigen durch das Abbeißen junger Baumtriebe sowohl die Naturverjüngung als auch notwendige Maßnahmen zur Wiederbewaldung (Aufforstung).

Biologische Vielfalt ist PEFC wichtig

Die PEFC-Standards für nachhaltige Waldbewirtschaftung berücksichtigen die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Forschung, insbesondere der Naturwaldforschung. Ziel ist es, die biologische Vielfalt zu sichern und naturnahe klimaangepasste Wälder aufzubauen. Gesunde und artenreiche Wälder können dann auch in Zukunft ihre Leistungen für uns („Ökosystemleistungen“) erbringen, indem sie uns mit dem Rohstoff Holz versorgen, CO2 binden, Wasser filtern und als Erholungsort dienen. Der Erhalt der heimischen Tierwelt in für den Wald optimal angepassten Beständen hat daher Priorität in der Waldbewirtschaftungsstrategie von PEFC Deutschland.

Mike Nowak

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