„Täglich sparen wir 24 Tonnen CO2 bei Lieferungen“

„Täglich sparen wir 24 Tonnen CO2 bei Lieferungen“
Mit seinem Startup Grünfuchs mischt Felix Dossmann den Logistikmarkt auf. „Ökologisch und sozial effizient“, so Dossmann, liefert er Waren an Kunden und Geschäftspartner in Göttingen – bald expandiert er auch nach Leipzig und Magdeburg. Sein Unternehmen bekam den Innovationspreis in Niedersachsen. Im Gespräch mit globalmagazin erzählt er von seinem Konzept und seiner Dienstleistung.
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Wer sind die typischen Kunden von Grünfuchs?
Felix Dossmann: Wir haben drei wesentliche Kundengruppen – Lokale Einzelhändler, die wir mit logistischen Dienstleistern schneller machen als die Online-Riesen. Endkunden, die wir mit innovativen Services dazu bringen mehr lokal zu kaufen, ohne weniger selbst transportieren zu müssen. Und Paketdienstleister, die wir mit unserem Portfolio entlasten und wirklich messbar „grüner“ machen.
Uns ist es wichtig, das local2local Geschäft zu unterstützen und somit dem Einzelhandel eine Plattform zu geben, die Kunden weiterhin zu halten, die ansonsten zu Gorillas, Flink oder Amazon wechseln würden.
Wie weit kann bei Grünfuchs eine „letzte Meile“ sein?

Hier bei uns in Göttingen umfasst unser Liefergebiet das gesamte Stadtgebiet und angrenzende Gemeinden. Von Norden nach Süden fast 9 KIlometer und von West nach Ost rund 7 Kilometer.
Die aktuelle Auslieferung erfolgt aber von strategisch gewählten Umladepunkten, so dass unsere emissionsfreien Lastenräder nicht solche Distanz fahren müssen, sondern jeweils einen Lieferradius von 2 bis 3 Kilometer haben. Das kann aber in einer demographisch und topographisch anderen Stadt auch anders aussehen.
Und wenn man es noch schlauer macht, wird die Ware direkt aus dem lokalen, kleinen Einzelhandel geliefert, ohne Umwege über Verteilzentren in der Republik, ohne übergroße, zusätzliche Transportverpackungen, die dann wieder entsorgt werden müssen. Die letzte Meile geht einfach viel schlauer.
Haben Sie bei der Lieferung eine Gewichts- oder Volumengrenze oder können Sie alles transportieren?
Wir fokussieren uns auf die „klassische“ Paketlieferung – insofern ist bei 31,5 Kilogramm und/oder einem Gurtmaß von 360 Zentimeter pro Paket Schluss. Zudem konzentrieren wir uns auf alles was nicht gekühlt oder erhitzt werden muss.
Wissen Sie wie viel CO2 Grünfuchs in einer Stadt wie Göttingen einspart?
Blicken wir gemeinsam in eine Zukunft, wo der Grünfuchs die Hälfte aller Pakete in Göttingen konsolidiert zustellt, dann sparen wir rund 1.000 Kilometer Fahrstrecke mit Diesel-Fahrzeugen. Das sind täglich rund 24 Tonnen CO2, die wir sparen können.
Der local2local Transport als auch der Verzicht auf zusätzliche Umverpackungen bietet obendrauf noch viele weitere Einsparungen.
Wie gut ist Grünfuchs in Bezug auf die Lieferzeit oder auf den Preis im Konkurrenzvergleich?
Im lokalen Lieferbereich schaffen wir garantiert die „next-day“ Belieferung – in vielen Fällen sogar auch die Lieferung am gleichen Tag. Wir sind also bis zu 50 Prozent schneller als die bekannten Lieferriesen, die erst durch die halbe Republik müssen. Preislich bewegen wir uns für diese Lieferungen zwischen 3 bis 5 Euro in Göttingen. Bei den Preisen für Kurier-Express-Pakete (KEP) macht uns unserer KI-basierte Sortiertechnik konkurrenzfähig. Wie sehr ist Betriebsgeheimnis.
Sie wollen expandieren: Wohin und wie weit (welche Faktoren könnten das Bremsen)?
Wir zielen auf mittelgroße Städte wie Göttingen – und arbeiten jeweils mit lokalen Partnern zusammen, mit denen wir gemeinsam detaillierte Konzepte für die jeweilige Stadt erarbeiten.
Aktuell haben wir Anfragen aus der ganzen Republik – von Neumünster und Husum im Norden bis Freiburg und Augsburg im Süden, von Aachen bis Zwickau – wir haben offensichtlich einen Nerv getroffen und bieten ein interessantes Gesamtpaket.
Bremsen kann uns nur die Politik, die weiterhin Ausnahmegenehmigungen für Dieselfahrzeuge in den Innenstädten erteilt – so dass heute bereits bestehende Fahrverbote umgangen werden können.
pit


