Verbraucher: Abhängigkeit von Russland mindern

Verbraucher: Abhängigkeit von Russland mindern
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Verbraucher: Abhängigkeit von Russland mindern

Privathaushalte können durch die Reduzierung ihres Energiekonsums für deutlich weniger Energieimporte aus Russland sorgen.

Mehr als die Hälfte des Erdgases stammt bisher von dort. Berechnungen der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online zeigen, dass der Gasverbrauch in Deutschland um rund 75 Prozent sinkt, wenn jedes zweite Gebäude energetisch optimiert wird. So ließen sich jedes Jahr Heizkosten von etwa 14 Milliarden Euro einsparen.

„Wir müssen aus Abhängigkeiten raus. Nicht morgen, sondern heute.“

„Unsere Gedanken sind vor allem bei den Menschen, die von dem grausamen Krieg in der Ukraine betroffen sind“, sagt co2online-Geschäftsführerin Tanja Loitz. „Unsere Gas- und Ölimporte finanzieren diesen Krieg mit und machen Deutschland erpressbar. Neben der Politik haben auch wir es als Verbraucherinnen und Verbraucher in der Hand, das zu ändern: Wir müssen aus den Abhängigkeiten raus. Nicht morgen, sondern heute – mit dem Ausstieg aus fossilen Energieträgern und mit mehr Energieeffizienz. Die Realität sieht leider noch anders aus: Im vergangenen Jahr sind so viele neue Gasheizungen installiert worden wie seit 25 Jahren nicht mehr.“

Sparpotenzial bei Heizenergie und Strom: 24 Milliarden Euro pro Jahr

Mehr Energieeffizienz würde den Stromverbrauch ebenfalls deutlich sinken lassen. Laut co2online gibt es ein jährliches Sparpotenzial von rund 10 Milliarden Euro und 32 Terawattstunden. Das entspricht 50 Prozent der Stromerzeugung durch Erdgas. Durch das Sparen bei Heizen und Strom ließen sich insgesamt etwa 73 Millionen Tonnen CO2 vermeiden. Das wären 50 Prozent der Emissionen des deutschen Gebäudebestands.

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Vieles können Verbraucher selbst dafür tun und gleich heute damit loslegen:

  • Heiztemperatur senken: Jedes Grad weniger spart etwa sechs Prozent Energie, programmierbare Thermostate helfen durch automatisches Absenken bei Abwesenheit oder Lüften.
  • Weniger Warmwasser verbrauchen: Mit Sparduschköpfen lässt sich der Wasserverbrauch halbieren; besser duschen statt baden und kaltes statt warmes Wasser beim Händewaschen nutzen.
  • Strom sparen: Effiziente Geräte kaufen (vor allem Kühlschrank, Waschmaschine und Wäschetrockner), Standby ausschalten und nur noch LED-Lampen nutzen. 

Eigentümer sollten jetzt weitere Maßnahmen anstoßen, die schnell erledigt sind, sich in kürzester Zeit rechnen und gefördert werden:

  • Dach oder oberste Geschossdecke dämmen: Lässt sich meist leicht umsetzen und spart durchschnittlich sieben Prozent Heizenergie.
  • Heizung optimieren: Steht noch kein Heizungstausch an, sollte zumindest die Pumpe erneuert und ein hydraulischer Abgleich vorgenommen werden. Das spart im Einfamilienhaus im Schnitt rund 200 Euro pro Jahr.
  • Heizungsrohe dämmen: Je Meter Rohr lassen sich so jährlich etwa 13 Euro sparen.

Für weniger fossile Energieimporte und Klimaneutralität bis 2045 sind weitere Schritte nötig. Pläne dafür sollten Eigentümer so bald wie möglich machen:

  • Energieberatung nutzen: Ein Energieberater kann mit einem Sanierungsfahrplan zeigen, was Schritt für Schritt zu tun ist. Die Energieberatung wird mit bis zu 80 Prozent gefördert.
  • Gas- und Ölheizungen ersetzen: Klimaneutrale Gebäude kommen ohne fossile Energien aus. Dank Dämmung und Lüftung mit Wärmerückgewinnung reicht etwas erneuerbare Energie aus, zum Beispiel mit Wärmepumpe und Solarenergie.

Wie groß das persönliche Sparpotenzial ist, was bei den einzelnen Schritten zu beachten ist und welche Fördermittel es gibt, wird auf www.co2online.de beschrieben. 

Alexander Steinfeldt

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