Was die Klimakonferenz in Dubai bringen kann

Was die Klimakonferenz in Dubai bringen kann
Dubai Foto: Olgaozik/Pixabay CC/PublicDomain

Was die Klimakonferenz in Dubai bringen kann

manager-magazin.de: Diese Woche beginnt das Massentreffen zum Klimaschutz, zu dem 70.000 Abgesandte in die Wüste fliegen. Geleitet wird es von einem Herrscher, der gleichzeitig CEO des Ölkonzerns Adnoc ist. Was kann da rauskommen? Ein Überblick.

Von diesem Donnerstag an bis zum 12. Dezember findet in Dubai die nächste UN-Weltklimakonferenz statt: die COP28. Zum Ende eines Jahres, das wohl das heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen sein wird, will die Weltgemeinschaft in dem Wüstenstaat über ihre Zukunft. Staats- und Regierungschefs – ja sogar Papst Franziskus und König Charles III. – werden einfliegen, insgesamt werden rund 70.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Leitfrage wird sein: Was tun wir, damit es nicht noch sehr viel heißer wird und der Klimawandel weitaus drastischere Schäden anrichtet? Der Überblick zeigt, worum es geht und wo die Konfliktlinien liegen.

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Was sollen solche Megakonferenzen eigentlich bringen?

Zweifel daran, dass die Krise auf diesen Konferenzen gelöst wird, sind berechtigt. Die Prozesse sind schwerfällig, die Vereinbarungen oft freiwillig. Und doch: Allein die Tatsache, dass sich Abgesandte von rund 200 Staaten zusammenfinden, ist nicht selbstverständlich. Alle beteiligten Staaten, selbst China oder Russland, erkennen damit de facto an: Wir haben ein gemeinsames Problem.

Kommt bei den Treffen überhaupt irgendetwas heraus?

Immerhin: In Paris haben sich die Staaten 2015 darauf geeinigt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad – besser 1,5 Grad – zu begrenzen. Die meisten Staaten haben dieses Abkommen ratifiziert, sich also dazu verpflichtet, ihre Klimapolitik damit in Einklang zu bringen. Das galt damals als Durchbruch. Allerdings: Seitdem ist längst nicht genug passiert. Da viele Staaten weiterhin stark abhängig von Kohle, Öl und Gas sind, ist es bislang etwa nicht gelungen, sich auf den Klimagipfeln klar zum Ausstieg aus den fossilen Energien zu bekennen.

Und das soll nun ausgerechnet in Dubai klappen?

Die Erwartungen in diesem Bereich sind gedämpft, zumal die Präsidentschaft dabei kaum Ambitionen erkennen lässt. Der Gastgeber der Konferenz, Sultan Ahmed al-Dschaber, ist gleichzeitig Chef des staatlichen Ölkonzerns Adnoc, der zahlreiche neue fossile Projekte plant und etwa in Deutschland mit einem Einstieg beim Gaskonzern Wintershall Dea liebäugelt. „Da hat man den Bock zum Gärtner gemacht“, sagt Greenpeace-Chef Martin Kaiser. „Das ist so, als ob das Umweltbundesamt vom Chef von VW geleitet würde.“

Hat der Gastgeber die Macht, die anderen auszubremsen?

Um eine Chance zu haben, die im Pariser Klimaschutzabkommen festgehaltenen Ziele auch nur annähernd im Rahmen des Greifbaren zu halten, muss sich die Welt schnellstmöglich von der Nutzung fossiler Energieträger wie Öl, Gas und Kohle verabschieden. „Das wird aber bei der Klimakonferenz mit dieser Präsidentschaft schwierig“, sagt Klima-Expertin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Sie sehe die Klimakonferenz „unter ganz, ganz schlechten Vorzeichen und habe wenig Erwartungen, dass wirklich was kommt. Das liegt in erster Linie an der Präsidentschaft und an diesem Präsidenten, der alles verhindern wird, was eigentlich notwendig ist.“

Was wollen die Herrscher von Dubai erreichen?

Es soll nicht um Ausstiegsszenarien aus fossilen Energien gehen. Stattdessen soll in Dubai ein ehrgeiziges neues Ziel für den Ausbau erneuerbarer Energien vereinbart werden. Hier investiert Dubai auch selbst Milliarden. Größtes Projekt ist der Mohammed bin Rashid Al Maktoum Solar Park, benannt nach dem regierenden Scheich von Dubai. Er erstreckt sich über eine Fläche von 122 Quadratkilometern und ist Symbol für das Versprechen des Stadtstaates, bis 2050 klimaneutral zu werden. Gleichzeitig ließ Gastgeber Sultan Ahmed Al-Dschaber bereits durchblicken, worauf seine Hoffnungen bei der Bekämpfung der Klimakrise ruhen: Er will im großen Stil auf Technologien wie CO2-Speicherung und -Abscheidung setzen, die allerdings extrem teuer und bislang technisch unausgereift sind. Ob sie wirklich jemals eine entscheidende Rolle übernehmen können, ist zweifelhaft – und damit zu planen, eine riskante Wette auf die Zukunft. Außerdem geht es bei der COP28 um einen Finanztopf für Schäden und Verluste aus dem Klimawandel gehen, und es steht erstmals seit Paris eine offizielle Bestandsaufnahme auf der Agenda: Ist die Welt auf Kurs bei der Eindämmung der Krise? … weiterlesen

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