Wenn bei 53 Grad das Trinkwasser knapp wird

Wenn bei 53 Grad das Trinkwasser knapp wird
Screenshot: tagesspiegel.de

Wenn bei 53 Grad das Trinkwasser knapp wird

tagesspiegel.de: Nachts wird es selten kühler als 30 Grad, Stromausfälle legen Pumpstationen lahm, Regen bleibt aus: Die Wassernot im Nahen Osten ist groß, die Spannung steigt.

Eine Hitzewelle im Nahen Osten lässt in einigen Regionen das Wasser knapp werden. Seit Wochen werden im Iran, im Irak und auf der arabischen Halbinsel regelmäßig bis zu 53 Grad gemessen, nachts sinkt das Thermometer nur selten unter 30 Grad. Stromausfälle legen Pumpstationen lahm, und mancherorts ist in den vergangenen Monaten der Regen ausgeblieben, so dass Flüsse und Stauseen weniger Wasser liefern, als zur Versorgung der Bevölkerung nötig wäre. Gluthitze und Wassermangel fachen innen- und außenpolitische Konflikte an. Ein Überblick.

Im Iran protestierten seit Mitte Juli Tausende gegen den Wassermangel und die häufigen Stromausfälle. Bei Zusammenstößen mit der Polizei wurden oppositionellen Menschenrechtlern zufolge zehn Menschen getötet. Laut Amnesty International schossen Beamte mit scharfer Munition auf Demonstranten. Auch die UN zeigten sich besorgt über die Gewalt.

Lesen Sie auch:

Begonnen hatten die Unruhen in der ölreichen Provinz Khusestan an der Grenze zum Irak, sie griffen dann aber auch auf andere Landesteile über. Regimegegner werfen der Regierung vor, das Land mit Korruption und Misswirtschaft zu ruinieren. Dagegen sagen die Behörden, die Wasservorräte seien wegen einer ungewöhnlichen Dürreperiode knapp geworden. Zudem leidet der Iran unter amerikanischen Wirtschaftssanktionen.

Auch im benachbarten Irak gehen die Menschen seit Wochen auf die Straße. Demonstranten in Basra im Süden des Landes und in der Hauptstadt Bagdad protestieren gegen die langen Stromausfälle, die mitten in der Sommerhitze die Klimaanlagen und die Wasserversorgung lahmlegen. Obwohl der Irak zu den ölreichsten Ländern der Welt gehört, hat der Staat es nach den Zerstörungen durch die US-Invasion von 2003 nicht geschafft, das Stromnetz und andere wichtige Teile der Infrastruktur zu modernisieren.

Ein drastischer Rückgang der Niederschläge beim nördlichen Nachbarn Türkei schafft weitere Probleme: Die biblischen Ströme Euphrat und Tigris, die in der Türkei entspringen und deren Wasser im Irak für die Versorgung von Millionen Menschen genutzt wird, führen weniger Wasser als in früheren Jahren. Irakische Behörden werfen der Türkei zudem vor, Wasser aus den beiden Strömen in Stauseen zurückzuhalten; Ankara weist dies zurück. Verschärft wird die Lage durch einen Streit mit dem Iran, der den Irak mit Strom und mit Gas zur Stromerzeugung versorgt. Laut Medienberichten schuldet der Irak dem Nachbarn vier Milliarden Dollar für die Energie-Importe – deshalb stellten die Iraner vor einigen Wochen die Lieferungen vorübergehend ein… weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.