Wie Bauern das Klima schützen und den Hunger bekämpfen

Wie Bauern das Klima schützen und  den Hunger bekämpfen
Foto: Lars Hoffmann/Pixabay CC/PublicDomain

Wie Bauern das Klima schützen und den Hunger bekämpfen

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Es klingt (fast) zu schön. Gesteinsmehl könnte überschüssiges Kohlendioxid (CO2) aus der Luft im Boden binden und dabei zugleich den Ernteertrag auf den Feldern steigern. Die Erkenntnis von Wissenschaftlern der britischen University of Sheffield kann den Klimaschutz und zugleich den Kampf gegen den Hunger in weiten Regionen der Erde voranbringen.

Bauern kennen die Methode seit langem. Sie mischen Gesteinsmehl oder Steinstaub in die Ackerkrume, um mit den darin enthasltenen Mineralien die Fruchtbarkeit ihrer Felder zu verbessern. Die vom Klimaschutzpionier Jim Hansen an der amerikanischen Columbia University unterstützten Wissenschaftler um David Beerling in England erforschen jetzt, wie genau die Mineralien im Gesteinsstaub mit dem Kohlendioxid in der Luft reagieren und wie sie dabei das CO2 im Boden binden.

Basalt-Staub im Boden schützt das Klima

Ihre Studie publizieren die Wissenschaftler jüngst im renommierten Fachblatt Nature. Daraus wird deutlich, dass sich Basalt am besten eignet, da er in Steinbrüchen oder Bergwerken in Mengen als Nebenprodukt übrig bleibt und „entsorgt“ werden muss.

Die Wissenschaftler ergänzen laut der britischen Zeitung The Guardian, die über die Forschungen berichtet, dass in den Ländern, deren Wirtschaft das meiste Treibhausgas in die Atmosphäre des Planeten emittiert, große landwirtschaftliche Flächen zur Verfügung stünden und zugleich relativ warmes Wetter herrsche – beide Faktoren begünstigen die Bindung von CO2 durch den Basaltstaub im Boden.

Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass zur Bekämpfung des Klimawandel viele Strategien nötig seien. Aufforstungen könnten als Treibhausgas-Senken ebenso hilfreich sein wie technologische CO2-Senken. Die Bindung in Ackerböden aber sei ein rasch umsetzbare und daher sinnvolle Methode. Sie lasse rasche Ergebnisse erwarten.

Erfolgreiche CO2-Bindung im Ackerboden

Und erfolgreiche: Die neue Studie berechnet erstmals die weltweite Wirkung der Kohlendioxid-Bindung mit Gesteinstaub. Wenn nur die Hälfte des Ackerbodens damit behandelt werde, so errechneten sie laut Guardian, könnte dies „2 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr“ aus der Luft binden.

Dabei, so die Wissenschaftler lägen die Kosten – etwa für den Einsatz der Arbeitskraft je nach Region unterschiedlich – im Rahmen des von der Weltbank kalkulierten Preises für eine erfolgreiche CO2-Reduktion. Für David Beerling ist die Methode daher „praktisch und umsetzbar“.

pit

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