Extremwetter und Ernteausfälle: Drei Viertel sehen Zusammenhang

Extremwetter und Ernteausfälle: Drei Viertel sehen Zusammenhang
Foto: Rabobank Food Navigator

Extremwetter und Ernteausfälle: Drei Viertel sehen Zusammenhang

Die verheerende Flut in Westdeutschland vor gut zwei Wochen ist nur das jüngste Extremwetterereignis in der letzten Zeit. Klimawissenschaftler prognostizieren eine deutliche Zunahme von Hochwasser und Hitzewellen. Wird dies in Zukunft auch vermehrt für Ernteausfälle sorgen? Ja, sagen drei Viertel der Deutschen laut dem Rabobank Food Navigator. Geht es jedoch um eine möglicherweise daraus resultierende Veränderung von Ernährungsgewohnheiten, ist die Skepsis groß, betont der Food Navigator in einer Pressemeldung.

Mitte Juli brachte Tief Bernd Regen nach Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. So weit, so normal. Doch dieses Mal hielt sich das schlechte Wetter deutlich länger als üblich, mit verheerenden Folgen für ganze Landstriche. Allein im schwer getroffenen Ahrtal fielen binnen 24 Stunden bis zu 147 Liter Regen pro Quadratmeter. Dörfer wurden überschwemmt, 132 Menschen verloren ihr Leben. Die Infrastruktur wurde nachhaltig beschädigt. Der Wiederaufbau wird Monate oder gar Jahre dauern.

Sorge um die Landwirtschaft

Klimaforscher halten es für wahrscheinlich, dass sich sommerliche Extremwetterereignisse wie Starkregen, Dürre oder Waldbrände in Deutschland künftig häufen – mit einhergehenden großen Schäden auch für die Landwirtschaft. Dass dies auch die große Mehrheit der deutschen Verbraucher so sieht, zeigt der Rabobank Food Navigator: 71,5 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass künftig vermehrt Extremwetterlagen auftreten, die unter anderem auch erhebliche Ernteausfälle verursachen können.

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Dass Extremwetterereignisse auf lange Sicht die Landwirtschaft beeinträchtigen, treibt die Menschen aller Altersklassen um:

74,4 Prozent der über 65-Jährigen sind davon überzeugt,

gefolgt von den 40- bis 49-Jährigen (72,1 Prozent) und

den 50- bis 64-Jährigen (71,2 Prozent).

Auch zwei Drittel der 18- bis 29-Jährigen (68,4 Prozent) halten das für wahrscheinlich.

Dabei sind sich Männer (71,7 Prozent) und

Frauen (71,2 Prozent) gleichermaßen einig.

Ähnlich sieht es bei den verschiedenen Erwerbsgruppen aus: Auch hier ist das Bewusstsein für den Zusammenhang von Extremwetter und verminderten Ernteerträgen durchgehend hoch

73,2 Prozent der Studenten und

73,8 Prozent der Rentner sind davon überzeugt.

An der Spitze liegen die Erwerbslosen mit 74,5 Prozent.

Laborfleisch und Algenprodukte? Nein danke!

Gut die Hälfte der Deutschen (50,7 Prozent) sieht konkret Starkregen und Überschwemmungen als Ursache für Ernteausfälle. Zudem befürchtet je ein Drittel der Befragten, dass die Böden bei Überschwemmungen von Chemikalien (39,3 Prozent) und austretendem Heizöl (37,0 Prozent) verunreinigt werden.

Dass Extremwetterlagen und damit einhergehende Folgen für die Landwirtschaft künftig dazu führen, dass andere Produkte konsumiert werden als bisher, sieht fast die Hälfte der Befragten im Bundesdurchschnitt eher skeptisch: 43,6 Prozent der deutschen Verbraucher können sich das nicht vorstellen, 17,5 Prozent sind derzeit noch unentschieden. Lediglich 38,9 Prozent sind der Meinung, dass sich die Ernährungsgewohnheiten verändern werden. Dabei zeigt der Blick auf die Altersgruppen, dass die 30- bis 39-Jährigen am ehesten an eine durch Ernteausfälle bedingte Veränderung von Ernährungsgewohnheiten glauben:

Zudem zeigt der Rabobank Food Navigator, dass neuartige Lebensmittel bisher insgesamt noch skeptisch gesehen werden: So glauben lediglich 9,7 Prozent der Befragten, dass sich schnell wachsende Esspflanzen oder Microgreens durchsetzen. Bei synthetischen Lebensmitteln sind es mit 3,7 Prozent noch weniger, auch an Fleisch aus dem Reagenzglas glaubt mit 11,6 Prozent bisher nur knapp ein Zehntel der deutschen Verbraucher. Am ehesten vorstellbar sind mit 16,2 Prozent Lebensmittel aus Algen.

red

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