Fatal: Methan-Hotspots in der Arktis tauen auf

Fatal: Methan-Hotspots in der Arktis tauen auf
Screenshot: focus.de

Fatal: Methan-Hotspots in der Arktis tauen auf

focus.de: Jetzt tauen die gefrorenen Methan-Hotspots in der Arktis – mit fatalen Folgen. In Folge der Klimaerwärmung werden in Sibirien große Mengen an Methan freigesetzt. Das Gas ist gefährlich, kann selbst zum Treibhauseffekt und somit der Klimaerwärmung beitragen. Forscher fürchten, dass bald ein Kipppunkt erreicht ist.

Die „schlafenden Riesen des Kohlenstoffzyklus“ erwachen – so blumig beschreiben Forscher ein bedrohliches Phänomen: In den Schelfgebieten vor den Küsten Sibiriens werden große Mengen Methan freigesetzt. Das aber ist ein sehr potentes Treibhausgas, das innerhalb der ersten 100 Jahre nach seiner Freisetzung 28 mal so stark zum Treibhauseffekt beiträgt wie Kohlendioxid.

Im Meer blubbernde Methanblasen beobachten Forscher schon länger. Jetzt aber legt ein internationales Forscherteam neue Daten vor, die es bei einer Messfahrt mit dem russischen Forschungsschiff „Akademik Keldysch“ im Rahmen der „International Shelf Study Expedition 2 in der Laptewsee vor der ostsibirischen Küste gewann.

Das Gas stammt aus so genanntem Methanhydrat, das sich in großen Mengen entlang der Kontinentalhänge der Ozeane in den oberen Schichten des Tiefseesedimentes findet, also in einem Bereich von bis zu einigen hundert Metern Tiefe unterhalb des Meeresbodens, ebenso in Permafrostböden der Arktis und (zu einem geringeren Teil) der Antarktis.

Lesen Sie auch:

Nach Schätzungen von Geologen könnte es weltweit zwölf Billionen Tonnen Methanhydrat geben. Darin wäre mehr als doppelt so viel Kohlenstoff gebunden wie allen Erdöl-, Erdgas- und Kohlevorräten der Welt.

Chemisch betrachtet ist der Stoff eine Art festes Gas. Er besteht aus Methan, das in gefrorenem Wasser eingelagert ist, so dass die Methanmoleküle in den Eiskristallen wie in einem Käfig stecken. Es kann entstehen, wenn aus Methan-Lagerstätten tief unter dem Meeresboden Gasblasen aufsteigen. In Sedimenten in 100 bis 500 Meter Tiefe gefrieren sie zu Gashydrat. Der Stoff ist nur unter dem hohen Druck und den tiefen Temperaturen, die dort herrschen, stabil. Steigt die Wassertemperatur, zerfällt er und das Methan strömt zur Meeresoberfläche

Klimatologen betrachten die Destabilisierung großer Hydratmassen als eines der bedrohlichsten Szenarien, die zu einer abrupten Erderwärmung führen… weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.