Mehrweg-Anteil im Getränkemarkt soll steigen

Mehrweg-Anteil im Getränkemarkt soll steigen
Foto: Igor Ovsyannykov/Pixabay CC/PublicDomain

Mehrweg-Anteil im Getränkemarkt soll steigen

In einem offenen Brief an Bundesumweltministerin Svenja Schulze fordert die Mehrweg-Allianz auf, das deutsche Mehrwegsystem zu schützen und durch gesetzliche Maßnahmen den Mehrweganteil bei Getränken wieder zu steigern.

Wie aus neuen Zahlen des Umweltbundesamtes (UBA) hervorgeht, ist die Mehrwegquote in Deutschland von 43 auf 41,2 Prozent gesunken. Damit entferne sich die Realität immer weiter von der gesetzlich festgelegten Quote von 70 Prozent, monieren die Verbände in ihrer Pressemeldung zum Brief an die Ministerin – zulasten von Umwelt, Klima und der mittelständischen Getränkewirtschaft, die das ökologisch vorteilhafte Mehrwegsystem trage.

Schutzmaßnahmen für das ökologisch vorteilhafte Mehrwegsystem

Die aus Umwelt- und Verbraucherverbänden, Mehrweg-orientierten Abfüllern sowie dem Getränkefachgroßhandel bestehende Mehrweg-Allianz ruft die Ministerin dringend zum Handeln auf. Sie fordert eine Lenkungsabgabe von 20 Cent auf klimaschädliche Einweg-Plastikflaschen, Dosen und Getränkekartons ab dem 1. Januar 2022. Die Abgabe sei zusätzlich zum Einwegpfand zu erheben.

Aber auch das Einwegpfand müsse auf Frucht- und Gemüsesäfte sowie Getränke in Kartonverpackungen ausgeweitet werden.

„Solche Schutzmaßnahmen für das ökologisch vorteilhafte Mehrwegsystem waren durch eine Entschließung des Bundestages für den Fall vorgesehen worden, dass das Mehrwegziel von 70 Prozent deutlich unterschritten wird“, schreiben die Verbände der Allianz. Die Politik müsse also jetzt handeln, um dieses von ihr selbst gesetzte Ziel zu erreichen, unterstreicht die Mehrweg-Allianz.

Einweg-Kurs gefährdet die deutschen Umwelt- und Klimaziele“

Hauptverantwortlich für das Absinken der Mehrwegquote machen die Verbände einwegorientierte Getränkeabfüller sowie die Großformen des Handels – allen voran Discounter wie Aldi und Lidl: „Mit der zunehmenden Listung von Getränkedosen sowie Mineralwasser in Einweg-Plastikflaschen zu Dumpingpreisen findet ein Frontalangriff auf das weltweit noch größte Mehrwegsystem statt“, argumentiert die Allianz. Die testweise Einführung von Mehrwegflaschen in einigen Aldi-Märkten habe sich nach dem offiziellen Ende des Versuchs zudem als reine PR-Aktion herausgestellt.
In dem Offenen Brief warnen die Verfasser, dass der derzeitige Einweg-Kurs die Umwelt- und Klimaziele Deutschlands gefährde. Mehrwegflaschen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz. Durch den konsequenten Einsatz von Mehrweg- statt Einwegplastikflaschen könnten jährlich bis zu 1,4 Millionen Tonnen CO2 eingespart, Milliarden Einwegverpackungen vermieden und begrenzt vorhandene Ressourcen geschont werden. Zudem sind in der mittelständisch geprägten Mehrwegbranche 150.000 grüne Arbeitsplätze in Gefahr.

red

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