Mini-AKW auf Schiffen für Entwicklungsländer

Mini-AKW auf Schiffen für Entwicklungsländer
Tschernobyl-Kontrollraum Screenshot: Youtube

Mini-AKW auf Schiffen für Entwicklungsländer

Die Mär vom klimaneutralen Atomstrom lebt weiter: Ein dänisches Tech-Startup will Minireaktoren auf Schiffen für die Energieversorgung in abgelegenen und vor allem in armen Ländern nutzen und anbieten. Seaborg Technologies will damit bereits ab 2025 Atomstrom wieder hoffähig machen.

Das berichtet der britische Guardian. Das Unternehmen wirbtdabei mit geringen Kosten – und einem „kleinen ökologischen Fußabdruck“.

Die neuartigen Kernkraftwerke auf Schiffen sollen laut einem Bericht in Grist Magazine vor allem in Regionen zum Einsatz kommen, in denen eine fehlende Infrastruktur den Betrieb normaler AKW nicht zulässt, weil etwa kein Stromverteilernetz vorhanden ist oder auch eine effektive Verwaltung fehle, die über die Sicherheit der Anlagen sowie des darin benutzten Brennstoffs wachen könne.

AKW-Strom vom Schiff ist günstiger als Kohlestrom

Die Schiffe sollen wie ein Prototyp vor dem ostsibirischen Hafen Pevek schon gezeigt habe, auf dem Ozean dümpeln. An Bord befinden sich jeweils einer oder mehrere kleine Atomreaktoren, die aus Uran Strom erzeugen. Das Prinzip selbst ost nicht neu: Auch U-Boote oder Eisbrecher werden mit Atomstrom betrieben.

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Seaborg-Chef Troels Schönfeldt ist sich sicher, dass seine 100 Megawatt starken Kompaktschmelzreaktoren schon in zwei Jahren billigeren Strom liefern können wie heutige Kohlemeiler.

AKW auf Schiffen: „Rezept für eine Katastrophe“

Davon konnte er inzwischen private Investoren überzeugen. Der dänische Milliardär Anders Holch Povlsen machte für die Idee der Mini-Kernkraftwerke 20 Millionen Euro locker. Daraufhin erteilte nun das American Bureau of Shipping die erste der vier erforderlichen Teilgenehmigungen für die schwimmenden Kraftwerke.

Bauen sollen die schwimmenden Kernreaktoren Arbeiter in südkoreanischen Werften. Laut Grist Magazine sollen sie dann bis zu 24 Jahre vor den Ksten in den Regionen vor Anker liegen, in die sie ihren Atomstrom liefern sollen. So sehr Analysten auf die schwimmenden Kraftwerke setzen, Greenpeace-Experte Jan Havermap zitiert Grist mit den Worten: „Das ist das Rezept einer Katastrophe.“

Troels Schönfeldt wiegelt ab: Die Reaktoren seien sicher. Käme es zu einem Störfall, zitiert ihn etwa Grist, bilde das radioaktive Material außerhalb des Kerns ein festes Gestein. Partikel könnten sich bei einer Havarie nicht in die Umgebung verteilen, eine Katastrophe könne somit verhindert werden.

pit

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