Verdacht: Zwangsarbeit bei deutschen Solarmodulen

Verdacht: Zwangsarbeit bei deutschen Solarmodulen
Screenshot: tabl.china

Verdacht: Zwangsarbeit bei deutschen Solarmodulen

tabel.china: Nach Jahren der Debatte gibt es nun einen Entwurf für ein deutsches Lieferkettengesetz. Dieses hat auch Auswirkungen auf Unternehmen mit Zulieferern in Xinjiang: Die deutsche Solarindustrie bezieht Solarmodule, in denen mit hoher Wahrscheinlichkeit Vorprodukte aus der Provinz stecken, die unter Zwangsarbeit hergestellt wurden.

Das Gesetz trifft die Branche zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn nach Jahren der Stagnation wollen einige Hersteller wieder in Fertigungsanlagen investieren. Doch eine Kontrolle der Zulieferer in Xinjiang ist schwer umzusetzen, sodass sie möglicherweise auf teurere andere Zulieferer angewiesen wären.

Peking stand bereits in den vergangenen Wochen wegen Vorwürfen der Zwangsarbeit in der Baumwoll- und Tomatenproduktion in der Provinz Xinjiang in der Kritik (China.Table berichtete). Nun sieht sich auch die Solarindustrie mit Anschuldigungen konfrontiert, dass Zwangsarbeit am Anfang ihrer Lieferkette steht. Xinjiang gilt als zentrale Region, wenn es um den Ausgangsstoff vieler Solarzellen geht: Polysilizium.

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Marktanalysen zufolge kommt rund 45 Prozent der Weltproduktion von Polysilizium aus Xinjiang. Unter den Vertretern der Solarbranche in Europa sei der mögliche Einsatz von Zwangsarbeit zur Herstellung von Material, das in Solarmodulen verwendet würde, die letztendlich nach Europa importiert werden, ein „offenes Geheimnis“, heißt es in Branchenkreisen.

Die deutsche Solarwirtschaft wird offenbar von den Folgen des geplanten Lieferkettengesetzes überrascht. Dem deutschen Bundesverband der Solarwirtschaft liegen nach eigenen Angaben „bislang keine belastbaren Informationen“ über den Einsatz von Zwangsarbeit in der Solarlieferkette vor. Demnach wurde der Verband erst durch die Anfrage von China.Table „mit dieser Frage konfrontiert“ – Gründe dafür seien, „dass im Verband keine Siliziumhersteller organisiert sind und nur wenige chinesische Unternehmen anderer Wertschöpfungsstufen“, so der Verband. Zudem würden „Zulieferinformationen in dem stark vom Wettbewerb geprägten Solar-Markt in der Regel streng vertraulich behandelt“. Gegenüber Dritten, Mitbewerbern und Verbänden würden diese nicht kommuniziert… weiterlesen

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