Wir brauchen einen Klima-Generationenvertrag

Wir brauchen einen Klima-Generationenvertrag
Screenshot: zeit.de

Wir brauchen einen Klima-Generationenvertrag

zeit.de: Junge Menschen werden unter den Folgen des Klimawandels leiden. Aber sie treffen heute noch keine Entscheidungen. Ein Generationenvertrag würde dieses Dilemma lösen.

Die Klimakrise sorgt für eine gefährliche Verantwortungslücke: Die massiven Zukunftsfolgen der globalen Erhitzung betreffen allen voran die jungen Menschen, die aber noch nicht in den entscheidenden Positionen sitzen. Dabei ist der Klimawandel längst Realität. Doch diejenigen, die heute wesentliche politische und wirtschaftliche Entscheidungen treffen, werden von den massiven Folgen nicht mehr betroffen sein.

Ein Klimagenerationenvertrag könnte eine wichtige Lücke schließen. Er würde generationenübergreifende Interessenskonflikte in gegenseitigem Respekt und Einvernehmen in gemeinsam ausgeübte Verantwortung überführen.

Starke Emotionen gibt es auf beiden Seiten: Während bei vielen Angehörigen der älteren Generation, gerade in Ostdeutschland, die Narben der letzten Transformation der Neunzigerjahre für Freiheit und Demokratie noch nicht verheilt sind, trommelt die junge Generation bereits für die nächste große Wende – diesmal für Klimaschutz und Freiheit. Die Jüngeren haben die Wissenschaft auf ihrer Seite. Ohne beherztes und schnelles Handeln drohen in Deutschland und weltweit massive Freiheits- und Wohlstandsverluste.

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Ein jüngst organisierter Walk for the Future der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen, bei dem 30 junge Menschen einhundert Kilometer von Dessau nach Berlin zum Bundestag wanderten und in sechs Zwischenstopps mit Vertretern und Vertreterinnen aus der Lokalpolitik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft über Klimaschutz diskutierten, hat Folgendes gezeigt: Noch immer trifft eine junge, gut informierte Generation auf ältere Mitbürgerinnen und -bürger, die fest im Sattel der politischen Institutionen sitzen. Während die ältere Generation um ihre Lebensleistung fürchtet, will die junge selbstbestimmt Lebensentscheidungen treffen. Allerdings fällt es ihr schwer, mit Inhalten durchzudringen, noch immer sind die männlich dominierten Gremien auf lokaler Ebene schwer zu durchdringen. Und insbesondere bei den Verlierern und Verliererinnen der politischen Wende ist der Enthusiasmus für einen weiteren Umbau der Wirtschafts- und Arbeitswelt begrenzt.

Wir sind davon überzeugt, dass uns diese Bruchlinien der Generationen in der Klimapolitik der nächsten Jahre begleiten werden und einer Auflösung bedürfen, um die Klimakrise als Gemeinschaftsaufgabe erfolgreich zu stemmen… weiterlesen

ZEIT-Autor Sebastian Helgenberger Jahrgang 1978, ist Forschungsgruppenleiter zur sozialen Nachhaltigkeit von Klimaschutz und Energiewende beim Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS Potsdam).

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