Der Rattenfänger setzt auf Klimaschutz

Der Rattenfänger setzt auf Klimaschutz
Elon Musk Foto: Wikimedia CC/AP Photo/Jae C. Hong

Der Rattenfänger setzt auf Klimaschutz

Eines muss man dem US-Milliardär und Tech-Freak Elon Musk bei aller Skepsis gegenüber dessen meist übertrieben großspurigen Auftritten lassen: Ein PR-Genie in eigener Sache ist der Tesla und SpaceX-Eigner allemal. Nun landet er mit einer erneuten öffentlichen Ansage den nächsten Coup. Musk kündigt ein 100 Millionen Dollar-Preisgeld an. Die Summe soll bekommen, wer ihm die beste Möglichkeit liefert, überschüssiges Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu binden – sozusagen eine Klimaschutz-Initiative nach der Manier des Elon Musk.

Auch beim wichtigen Menschheitsthema Klimaschutz fährt der geübte Börsen-Guru Musk nach alt bewährter Sitte: Er kündigt – möglichst lautstark und vor großer Kulisse – erst einmal vollmundig an.

Methode Musk: lautstark ankündigen und Investoren finden

Das hat er schon in anderen Fällen zuvor ebenso gemacht. Wohl wissend, dass ihm seine Fangemeinde, die ihm treu ergeben an den Lippen hängt, vertraut. Sie verlässt sich darauf, dass er am Ende irgendwie doch auch umsetzt, was er versprach. Nicht wenige werden Musk dann sogar wieder ihre Spargroschen anvertrauen und seine Unternehmens-Aktien kaufen. Die bleiben so auf ihrem Höhenflug.

Musk lebt richtig satt von und mit der Methode. Sie ebnete ihm gerade eben erst den Aufstieg zum inzwischen „reichsten Mann der Welt“.

System Musk: ankündigen und kassieren

Er nutzt dabei immer nur ein einziges Schema. Das läuft immer gleich ab: „Eine große Vision formulieren, damit Top-Staff akquirieren, sichtbare und anfassbare Quick Wins mit Symbolwert präsentieren, damit Investoren akquirieren, parallel Business Model entwickeln, Produktentwicklung nachziehen, Pressekonferenzen inszenieren, Vision bekräftigen, usw.“, schreibt Ashlee Vance in ihrer Biografie des US-Unternehmers mit südafrikanischen und schweizerischen Wurzeln.

Er wird sie wieder alle einfangen, wie ein Rattenfänger mit der Flöte. Dass Musk dabei, seinem Naturell entsprechend, meist – vielleicht sogar ausschließlich? – auf technische Lösungen setzt, darf angenommen werden. Dabei aber vergisst er, dass wir – siehe etwa die großflächige Düngung der Ozeane – nicht alles machen sollten, was wir könnten. Einem Mann wie Elon Musk, das beweist er beständig, setzen solch ethische Aspekte aber keine Grenzen.

Das ist nicht nur schade. Das ist auch gefährlich!

Gerd Pfitzenmaier

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