Kleidung leihen ist „Greenwashing“

Kleidung leihen ist „Greenwashing“
Foto: Runway CC

Kleidung leihen ist „Greenwashing“

Die Idee klingt einfach und richtig: Kleidung mieten als klimafreundliche Alternative zum Kauf. Gut gemeint aber ist immer auch gut gemacht. Das bestätigte erneut eine Studie, die in der finnischen Wissenschaftszeitschrift Environmental Research Letters  publiziert wurde. Sie fand heraus, dass viele Unternehmen zwar mit einem „grünen“Mäntelchen für ihre Fashion werben, unterm Strich aber keinesfalls besser abschneiden als andere Modemarken. Das beschreibt Grist Magazine.

Lesen Sie auch:

Das Verpacken und der Transportweg, die nach jedem Tragen von Leihkleidung fällig werden, wehe eine nächste Kundin oder ein weiterer Kunde Hose, Kleid, Hemd oder Bluse anziehen, lässt die – leider nur vorgeblich – positive Klimabilanz der Mode ins Gegenteil kippen.

Hype ums das Leihen von Kleidung verschleiert Ökobilanz der Modebranche

Obwohl inzwischen von einigen bekannten Labels als Alternative gepriesen und von V.I.P.s gehypt, sind Leih-Klamotten eben doch nur schöner Schein. Sie ändern kaum etwas an den Ursachen der maroden Klimabilanz der Branche – sie verändern vor allem nicht deren rasche Folge wechselnder Moden, was den Konsumzirkel anheizt und zum hohen Material und Energieeinsatz führt.

Folgerichtig haben Ökonomen beim Leihmarkt für Kleidung auch dessen Wachstum im Blick – nicht die Nachhaltigkeit. Sie spekulieren mit einem Umsatz von 3,2 Milliarden Dollar bis zum Ende der Dekade. Ein Report des World Economic Forums jedoch taxiert den Treibhausgasausstoß der Branche heute schon 5 Prozent.

Weniger Kleidung zu besitzen ist die Lösung

Dana Thomas, Autorin des Buches „Fashionopolis: The Price of Fast Fashion and the Future of Clothes“ urteilt daher klar: „Besser wäre es, wenn die Leute Secondhand-Kleidung tragen, anstatt immer wieder neue anzuziehen – nur eben ausgeliehen statt gekauft.“ Ihre Meinung über die leih-Kleider-Branche ist hart: „Greenwashing“.

Der einzige Weg, wie der ökologische und der Klima-Fußabdruck der Modebranche kleiner werde, sagt Thomas, sei schlicht „weniger Kleidung zu brauchen“.

pit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.