Wie die Friday-for-Future Aktiven ticken

Wie die Friday-for-Future Aktiven ticken
Foto: Dominik Wunderlich/Pixabay CC/PublicDomain

Wie die Friday-for-Future Aktiven ticken

Sie sind jung und wollen etwas verändern: Mit einem Fragebogen erkundeten Wissenschaftler des Verbundprojekts InnoSÜD an den Hochschulen im oberschwäbischen Biberach sowie im bayerischen Neu-Ulm, wofür sich die Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future engagieren. Im Sommer 2020 füllten dafür bundesweit über 750 Aktive einen Fragebogen aus. Es ist somit eine der ersten und die bislang größte Studie zum Thema in Deutschland.

Die wichtigsten Ergebnisse fassen die Hochschulen in einer Pressemeldung zusammen.

Klimaschutz bleibt wichtigstes Thema – trotz Corona

90 Prozent der Befragten bezeichneten Umwelt- und Klimaschutz weiterhin als eines der „wichtigsten Probleme, denen sich unser Land gegenübersieht“. Damit liegt das Thema für die Befragten mit Abstand vor Themen wie soziale Sicherung/soziale Gerechtigkeit (40 Prozent), Gesundheitsversorgung oder Gesundheitspolitik (6,9 Prozent) oder auch wirtschaftliche Lage (6,3 Prozent).

Fridays-for-Future-Aktive interessieren sich für Politik

82 Prozent der Befragten gaben an, sich sehr stark oder stark für Politik zu interessieren. Den handelnden Akteuren in den Parteien trauen sie eher nicht zu, die Klimaziele zu erreichen: Bei der „Sonntagsfrage“ bekamen die Regierungsparteien kaum Stimmen von den jungen Aktivien. Mehr als die Hälfte der Befragten vertrauen Parlamenten und Regierung nur teilweise bis gar nicht, gegenüber politischen Parteien ist das Vertrauen bei mehr als 80 Prozent getrübt.

Die Aktivistinnen und Aktivisten wollen politische Taten sehen

Von der Politik fordern die Befragten konkrete Maßnahmen: „Mehr Handeln statt Reden“ steht an erster Stelle der Forderungen, gefolgt von Gesetzen für Nachhaltigkeit. Wenn sie selbst politische Entscheidungen für den Klimaschutz treffen könnten, würden sie den öffentlichen Nahverkehr attraktiver gegenüber dem motorisierten Individualverkehr gestalten, Plastik reduzieren und die Recyclingfähigkeit von Verpackungen zur Pflicht machen, erneuerbare Energien und klimafreundliche Investitionen in die Industrie fördern und gleichzeitig mit Strafgebühren und gesetzlichen Auflagen gegen die Missachtung von Klimavorgaben vorgehen. Fast 85 Prozent der Befragten glauben nicht, dass der freie Markt die nötigen Veränderungen von alleine herbeiführen wird.

Eigenes Handeln und (finanzieller) Einsatz für den Klimaschutz

Fast alle Befragten (96 Prozent) finden, dass jede ujnd jeder Einzelne Verantwortung für Umwelt- und Klimaschutz übernehmen muss. Ein Großteil der befragten Aktivistinnen sowie Aktivisten hält es dafür auch für notwendig, unsere Wirtschafts- und Lebensweisen grundlegend umzugestalten.

Nach eigenen Angaben fährt die Mehrzahl von ihnen Fahrrad, reduziert Flugreisen und Plastikmüll, nutzt öffentliche Verkehrsmittel und ändert Essgewohnheiten und Konsumverhalten – ernährt sich also vegan oder vegetarisch und kauft regional, saisonal und nachhaltig ein. Maßnahmen wie Ökostrom nutzen oder Elektroauto fahren werden eher weniger genannt

Die Aktivistinnen und Aktivisten sind jung, gebildet und aus akademischem Elternhaus

Die Aktiviven sind jung, gebildet und aus akademischem Elternhaus. Knapp die Hälfte der Teilnehmenden besucht noch die Schule, fast 20 Prozent befinden sich in Studium oder Ausbildung. Der Bildungsgrad der Befragten ist sehr hoch: Knapp 60 Prozent besitzen Abitur oder streben dies an, knapp 23 Prozent besitzen einen akademischen Abschluss oder streben diesen an.

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Informationen zu nachhaltigen Aspekten bei Produkten bezieht die Mehrzahl der Befragten von Suchmaschinen, gefolgt von den Quellen YouTube und Zeitungen (online). Auch Unternehmens-Webseiten, Nachhaltigkeitsberichte von Firmen oder NGOs und andere soziale Medien wie Instagram und Facebook werden genutzt. Etablierten (Massen-)Medien vertrauen jedoch nur knapp 40 Prozent der Befragten voll und ganz oder weitgehend. Vor allem Umweltgruppen genießen ihr Vertrauen.

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