„Stromer“ am Stromnetz ausgebremst

„Stromer“ am Stromnetz ausgebremst
Foto: EletriClub.com CC

Stromer“ am Stromnetz ausgebremst

Die Begeisterung für Elektroautos erhält einen Dämpfer: Ausgerechnet die Stromlieferanten wollen die Euphorie begrenzen. Sie planen zur Aufrechterhaltung der Stabilität ihrer Netze den Zugang zu den Ladekapazitäten zu kappen oder zumindest nur noch für zahlungskräftige Kunden unbegrenzt garantieren. Das berichtet jetzt etwa das Techportal heise.de. Sanktioniert werden die Pläne offenbar von ganz oben. Das Portal schreibt: „Auch das Wirtschaftsministerium steht hinter dem Modell der ‚Spitzenglättung‘, wonach der Stromverbrauch für bis zwei Stunden begrenzt werden könnte.“

„Spitzenglättung“: Hinter diesem neuen Wort steckt – kaum verschleiert – der Fakt, dass vor allem in den frühen Abendstunden – also genau dann, wenn die Fahrer ihre E-Cars nach der Rückkehr aus der Arbeit zuhause abstellen und wieder für kommende Tage aufladen wollen – erst einmal anderen Stromkunden den Vorzug lassen müssen. Das soll die Überlastung der Netze verhindern. „Dabei soll auch die Option bestehen, etwa das Laden eines E-Fahrzeugs um anderthalb bis zwei Stunden unterbrechen zu können“, weiß heise.de.

Wirtschaftsminister plant Strom-Bremse für E-Mobility

Die Branche brauche ein Instrument, itiert das Techportal die Grünen Bundestagsabgeordnete Ingrid Nestle, um „die Versorgung optimieren zu können“. Dafür müsse die Spitzenglättung gesetzlich festgeschrieben werden.

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Solange nur wenige Fahrzeuge entlang einer Straße gleichzeitig am Tropf des Netzes hingen, sei das zu meistern, zitiert heise.de Sebastian Winter vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Das können sich aber mit zunehmendem Zuspruch für die Elektromobilität auch ganz rasch ändern.

Wolfgang Zander vom Büro für Energiewirtschaft und technische Planung (BET) sieht demnach auch eine Herausforderung auf die Betreiber von Niederspannungsnetzen bei steigenden E-Autozahlen oder vermehrtem Nutzen etwa von Wärmepumpen in den Häusern. Deswegen habe die Beratungsfirma das Modell der Spitzenglättung mitentwickelt, so das Portal.

Ladezeiten für Elektroautos werden begrenzt

Heise.de: „Die Standardkunden lassen wir in Ruhe“, versprach der Experte dazu. Bei Kunden mit einer „flexiblen Verbrauchseinrichtung“ und einem Energiemanagementsystem erhalte der Netzbetreiber aber das Recht, in Engpässen den Verbrauch zu begrenzen. Das sei planbar und spare Netzkosten, brach Zander eine Lanze für den Unterbrechungsansatz.“

Typischerweise könnten so drei- bis viermal so viele Verbrauchseinrichtungen ins Netz integriert werden wie bisher.

Das Bundeswirtschaftsministerium will dieses „Verkehrsleitsystem“ daher Energiewirtschaftsgesetz festschreiben. Demnach, so heise.de, wolle Peter Altmaiers Haus „den Verkehr in den Stromnetzen“ nach dem Motto am Rollen halten, „indem alle etwas langsamer fahren“.

red

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